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Trotz sinkender Papierpreise bleibt Blaue Tonne

Marl (eib). Es bleibt bei der Einführung der Blauen Tonne (für Altpapier) in Marl. Die Bürgerunion hatte kritisch nachgefragt, ob das noch Sinn mache angesichts der dramatisch einbrechenden Papierpreise. Doch die anderen Parteien haben das verärgert zurückgewiesen. Sie wollen die Grundsatzfrage nicht noch einmal diskutieren.

Die Bürgerunion (bum) hatte einen sofortigen Investitionsstopp in Sachen Papiertonne gefordert. Die jahrelangen Überlegungen waren in der Vergangenheit an den Kosten gescheitert, die damit auf die Bürger zukommen würden. Das war der Grund, weshalb Marl als einzige Stadt im Kreis Recklinghausen noch an zentralen Stellen (zusammen mit Altglas) Container aufgestellt hatte. Als die Papierpreise anzogen und private Sammler Pappe und Papier vom Markt abgriffen, reagierte Marl prompt. Schließlich deckten die zu erwartenden Papier-Erlöse weitgehend die Investition in die blauen Tonnen. Und versprachen darüber hinaus einen schönen Beitrag, um die Müllabfuhr-Kosten insgesamt gering zu halten.

Inzwischen wird das in Marl realisiert, gleichzeitig brechen aber die Papierpreise ein. Wie schön, dass es einen Vertrag des Kreises über den Papierverkauf gibt, der noch 108 Euro/to verspricht, obwohl am Markt nur noch 10 Euro/to zu erzielen sind.

Allerdings, so der Leiter des Zentralen Betriebshofes, Horst Fährmann, werde derzeit über eine Preisanpassung gesprochen. Schließlich helfe es nicht, auf einem Vertrag zu bestehen, wenn der Partner zahlungsunfähig sei.

Quer aus allen Fraktionen kam Kritik an der Bürgerunion. Die Blaue Tonne sei nicht wegen der hohen Papierpreise eingeführt worden. Die Kostenbelastung für die Bürger liege lediglich bei zusätzlichen 2,30 Euro im Jahr. Der niedrige Papierpreis sei „nur ein Wellental“, so Lothar Schubert (SPD). „Da muss man eben Nervenstärke haben.“

Und die haben die Marler Politiker. Sie gehen davon aus, dass die privaten Altpapiersammler sich wieder vom Markt zurückziehen. An einer Stelle soll die Leerung eines 1.100-Liter Großcontainer bereits einmal „überschlagen“ worden zu sein – ein erstes Zeichen, dass es sich nicht mehr lohnt.

Und von dieser neuen Entwicklung könnte Marl sogar noch profitieren: Indem sie den Privaten die Blauen Tonnen abkauft für die städtische Verwendung. „Wir sind im Gespräch“, erklärte Horst Fährmann.

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