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„Vieles wird in den Behörden einfach verschleppt“

Vest (eib). Im Ergebnis könnte alles recht einfach sein für Christen und Muslime: Miteinander reden, miteinander leben, sich respektieren und bürokratische Hürden abbauen. Das stand am Ende einer Podiumsdiskussion zum Thema „Facetten der Integration“, zu dem der Evangelische Arbeitskreis der CDU (EAK) im Kreis Recklinghausen eingeladen hatte.

Ob der Einbürgerungstest in der aktuellen Form nötig ist, wird vielerorts diskutiert. Nezife Güner, eine engagierte Türkin: „Mein Herz ist für alle da“. „Aber an den sprachlichen Hürden müssen wir dringend arbeiten“, fordert Klaus Roßdeutscher, Leiter der Hermann-Claudius-Hauptschule in Marl, unter deren Dach 24 Nationalitäten vereint sind. „Wir haben bei uns keine Religions-oder Kulturbarrieren, keine Angst voreinander“, berichtete er aus seiner Praxis. Die Schule hat auch eine Partnerschule in Marmaris.

Religion sei nicht der große Vermittler, meinte Gerad Duncker vom Kirchenrat der evangelischen Kirchen in Westfalen. „Nachbarn müssen Hürden überwinden, aufeinander zugehen. Ghettos darf es nicht geben.“

Die Wünsche des Podiums an die Politik. “Ein mentaler Wandel ist nötig. Wir brauchen eine Fächerpflicht. Das kommunale Wahlrecht muss Menschen beteiligen, die sich entschlossen haben, hier zu leben“, sagt Gerard Duncker. Saduman Tanriverdi, Schriftstellerin und Tochter eines Gastarbeiters, forderte die Verkürzung des Einbürgerungsprozesses: „Viele Dinge werden innerhalb den Behörden einfach verschleppt“. Pfarrerin Ulla August (Moderation des Abends und Islambeauftragte im Kirchenkreis) regte eine Fortführung der Diskussion an. Astrid Timmermann-Fechter, EAK-Kreisvorsitzende, nimmt die Aufträge mit in die Kreis-CDU und auf die Landesebene.

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