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KOMMENTAR

Dürfen wir mal einen Blick in Ihr Portmonee werfen? Nein? Ist Ihre Privatangelegenheit?

Sie haben ja Recht. Wer sich auf der einen Seite über den computerüberwachten gläsernen Mitmenschen empört, der sollte nicht auf der anderen Seite den Anspruch erheben, die Öffentlichkeit über die Einnahmen und Ausgaben einzelner Bürger informieren zu müssen. Egal ob es der Friseur, der Pastor oder der Banker ist. Selbst Spitzenbeamte machen keine Ausnahme. Jetzt ist zu lesen, dass der Marler Baudezernent pleite ist, weil er vor 17 Jahren seinem Vater finanziell an die Seite gesprungen sei.

Dem Wochenblatt ist das bekannt. Auch, was so manch anderer Politiker in Marl als Altlast mit sich herumträgt, manchem vielleicht peinlich ist. Das sind die Begleiterscheinungen sorgfältiger Recherche. Aber so lange die Angelegenheiten nichts mit den öffentlichen Aufgaben und Funktionen zu tun haben, bleiben sie Privatsache.

Das Wochenblatt ist keine Peepshow für hemmungsloses Wühlen in persönlichen Lebensumständen.

Aber wenn Sie, lieber Leser, uns auf Themen aufmerksam machen wollen, die uns alle angehen, auf ungewöhnliche Ereignisse, skandalöse Vorkommnisse, berührende Momente oder schöne Erlebnisse – dann sind wir für Sie da und berichten darüber.

Gert Eiben

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