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Bewegender Einstieg in die Politik: Anke Ronge

Marl (eib). Es war keine Delegiertenversammlung, es war eine „Inthronisation“. Mit Volksliedern und Musical-Klängen, rot-gelben Rosen und vor einem Dutzend großer Werbeplakate hob die CDU ihre Bürgermeisterkandidatin Anke Ronge aufs Schild. Mehr als 400 Gäste erlebten in der Grubenausbauwerkstatt einen perfekten Einstieg des Politik-Neulings.

Jahrzehntelang war es eine parteiinterne Veranstaltung, dieses Festlegen des Bürgermeisterkandidaten. Die kleineren Wählergruppierungen informierten über die quälend lange Formalienabhandlung nicht einmal die Öffentlichkeit. Das Ergebnis war ja ohnehin keine Überraschung.

Weshalb sollten also hunderte von Marlern kommen? Wegen des Männergesangsverein Cäcila Polsum oder der Musical-Sängerin? Wegen Kartoffelsalat und herbstlicher Dekoration? Wegen der attraktiven Kandidatin oder des Organisators, der seit vielen Jahren alle CDU-Veranstaltungen fest im Griff hat?

Sie kamen, weil es eine derartige Mischung noch nie gegeben hat. Weder in Marl, noch anderswo. Es gab kein Tagungspräsidium sondern ein Elferteam auf dem Podium. Die Kandidaten für die 25 Wahlbezirke hatten lediglich die Aufgabe, ihrer Spitzenkandidatin eine Rose in den Arm zu legen. Eine formale Aufstellungs-Bestätigung gab es für sie nicht, dafür reichte die Zeit nicht.

Obwohl Anke Ronge für ihre Selbst-Präsentation zeitlich nicht überzog. Unter der Frage „Was macht einen guten Bürgermeister aus“ stellte sie ihre eigenen Eigenschaften, Qualifikationen und Ziele vor und erhielt dafür viel Beifall. Optisch perfekt mit blonder Bob-Frisur und schwarzem Hosenanzug und sprachlich überzeugend mit klaren Aussagen und routinierter Sicherheit legte sie ihren ersten Auftritt vor großem Publikum hin.

Sie sprach von Mitarbeitern, die man mit auf den Weg nehmen muss, von sozialer Kompetenz, von Kreativität, Offenheit und Fairness, von dem Ende des Gegeneinanders und einer Aufbruchstimmung. Natürlich ging es an dieser Stelle nicht um die Feinheiten des politischen Alltags, weder um kaputte Straßen noch um ein chinesisches Großhandelszentrum.

Am Ende, beim Bier, waren die Zuhörer überzeugt, dass hier die richtige Kandidatin für das Bürgermeisteramt antritt. Eine Frage, wie groß ihre Chancen gegenüber der Amtsinhaberin sind, mochte man nicht stellen. Wo doch schon 98 Prozent der Delegierten für sie gestimmt hatten.

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