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Recklinghausen (mc). Es wird gefräst und geschweißt, die Luft riecht nach Kühl-und Bohrmitteln. Wenn der technische Geschäftsführer Stefan Schumacher durch die Betriebshallen läuft, schallt ihm ein freundliches „Mahlzeit“ entgegen. Es herrscht gelassene Betriebsamkeit in den Fertigungshallen der Ibing GmbH. Gelassen wohl deshalb, weil Geschäftsführung und Mitarbeiter an einen Erfolg des Insolvenzverfahrens glauben, betriebsam, weil es trotz der finanziellen Schieflage Aufträge abzuarbeiten gibt. „Unser Kerngeschäft ist der Bergbau“, erklärt Schumacher. „Wir beliefern Unternehmen in Sibirien, Kasachstan, Chile und China. Das läuft weiterhin, denn Deutschland ist in der Bergwerkstechnik führend.“ So werden in den Betriebshallen an der Carl-Still-Straße unter anderem Stempel instandgesetzt. Sie werden unter Tage in Schilden eingesetzt.
Wenn Schumacher auf die Krise zu sprechen kommt, sind die Gründe für die Finanzielle Lage des Unternehmens vielschichtig. Ein entscheidender Grund ist der unerwartete Umsatzeinbruch in den angestammten Geschäftsfeldern. „Damit hat uns der Strukturwandel zu schnell eingeholt.“
Vorbereitet haben sich nämlich Jürgen Prautzsch und Stefan Schumacher. „Wir haben uns überlegt, was wir am besten können. Und das ist Elektronik, Hydraulik und Stahlbau.“ Ein neues Kompetenzfeld wollten sich die Geschäftsführer nicht erschließen. Schnell war die Idee geboren, fertige Module für Mobilkräne zu erstellen. „Die Produktion läuft auf vollen Touren und der Markt sieht gut aus. Der Logistikmarkt boomt“, ist Schumacher von seinem Produkt überzeugt. Ibing soll weiter bestehen, darin sind sich die Geschäftsführer einig. Doch zum jetzigen Zeitpunkt ist die mittelfristige Planung „ein tiefer Blick in die Glaskugel“. Aber die Arbeit an einem Konzept, zusammen mit dem Insolvenzverwalter, mit dem das Unternehmen weiterarbeiten kann, läuft auf vollen Touren.

