
FOTOS: Kübber
Haltern (rk). Einen runden Geburtstag feiert im kommenden Monat St. Laurentius: Sie wurde am 30. November 1958 zur Kirchengemeinde erhoben. Doch die Planungen sind schon rund 20 Jahre älter. Schon seit Ende der 30er-Jahre gab es Überlegungen für eine neue Kirche in Halterns Westen.
Standort sollte im westlichen Dreieck zwischen Arminiusstraße und Weseler Straße (Römergelände) sein. Aber wegen des Krieges war es erst wieder 1952 möglich, sich mit dem Kirchenneubau zu beschäftigen.
Zunächst musste die Standortfrage geklärt werden. Die bischöflichen Behörden von Münster lehnten nämlich den vorgesehenen alten Standort ab, weil er zu weit von der Mutterkirche St. Sixtus entfernt lag. Als die Stadtverwaltung der Kirchengemeinde ein Grundstück an der Augustusstraße schenkte, akzeptierte Münster diesen Platz dann als Standort.
Der Kölner Architekt Otto Bongartz wurde mit der Planung beauftragt, ein konservativer Architekt, der auch für die katholische Kirche St. Agatha in Dorsten zuständig war.
Das Dach an der Hauptfront von St. Laurentius ist tief heruntergezogen und überdeckt die Eingänge an der Nord-und Südseite. Leicht eingeschnitten im Dach am Nordeingang steht der Glockenturm, 30 Meter hoch, mit vier Glocken bestückt. Auf dem weißen Glockenturm ist ein flaches Pyramidendach mit einem liegenden Kreuz und einem Hahn.
Dem ersten Spatenstich im Dezember 1953 folgten am 17. Juli 1954 die Grundsteinlegung und am 8. Oktober das Richtfest mit Weihbischof Baaken. Am 12. und 13. November 1955 fand das Fest der Konsekration statt -die Geburtsstunde der neuen Kirche St. Laurentius. Zum Kirchweihtag fehlten noch der Fußbodenbelag, die Bänke, Beichtstühle und die Heizungsanlage.

Das Bistum Münster beteiligte sich am Bau mit 246.000 DM, das waren zwei Drittel der Gesamtkosten.
Am 30. November 1958, also vor 50 Jahren, erfolgte die Erhebung zur Pfarrgemeinde, Bauvikar Johannes Geukes wurde erster Pastor von St. Laurentius. 27 Jahre lang, von 1975 bis 2002, war Werner Schröder Pfarrer der Gemeinde.
„Ende der 70er Jahre erhielt die Kirche neue Türen“, erinnert er sich. Die Erneuerung der Turmkapelle war um 1990 herum. Das war früher eine Taufkapelle, der Taufbrunnen ist danach hinten in die Kirche gekommen. Das Ganze geschah in Absprache mit dem Architekten Bernd Kruth. Zurzeit wird der Boden der Sakristei neu plattiert.
Heute zählt die St.-Laurentius-Gemeinde 3700 Mitglieder, ihre Kirche hat rund 400 Sitzplätze.

