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Gerät kann Leben retten

Haltern (gw). Ein schöner Herbsttag, der Marktplatz ist voller Menschen. Kinder jagen Tauben, Jugendliche stehen mit ihren Fahrrädern um den Brunnen, junge Familien essen Eis und die älteren Damen und Herren spazieren gemächlich die Rekumerstraße hinauf. Plötzlich greift sich ein Herr ans Herz. Er bricht zusammen, Herzinfarkt! Jetzt muss es schnell gehen. Das Handy gezückt und den Notartzt gerufen. Bis der jedoch auf dem Marktplatz angekommen ist, kann es schon zu spät sein.

Damit dieser Fall nicht eintritt und Hilfe bei einer Herzattacke noch schneller vor Ort sein kann, haben die Malteser jetzt reagiert. Unter der Schirmherrschaft von Matthias Steck, Rechtsrat der Stadt, und Dr. Markus Reidt, Chefarzt des St. Sixtus-Krankenhauses, konnten die Malteser die Stadtwerke Haltern als Sponsor eines Frühdefibrillators gewinnen.

Der „DEFI“ hängt ab jetzt links neben der Treppe im Alten Rathaus. Das ist das Gerät, man kennt es aus den Notarztsendungen im Fernsehen, mit welchem Menschen mit Herzattacke wiederbelebt werden. Es Gerät ist „idiotensicher“. Das eindeutige Hinweisschild „Hier ziehen“ erklärt Schritt für Schritt, was zu tun ist: „Entblößen Sie dem Patienten den Oberkörper. Schneiden Sie im Notfall die Jacke oder das Hemd auf. Entnehmen Sie die beiden Elektroden und platzieren Sie sie auf dem Körper des Patienten“ etc. Eindeutige Bilder unterstützen die sprachliche Anleitung grafisch.

Das Gerät misst, ob beim Patienten wirklich ein Herzflimmern vorliegt und schaltet nur dann frei. Als Bediener muss man dann nur noch den blinkenden Knopf drücken, der den Stromschlag auslöst. Auf Knopfdruck gibt der Kondensator seine gespeicherte Energie an den Patienten ab.

Damit ist es aber noch nicht getan. Wirklich geholfen werden kann dem Patienten nur durch folgende Wiederbelebungsmaßnahmen: Auch hier hilft das handliche, etwa drei Kilogramm schwere Gerät. Die Stimme sagt genau, wie die Wiederbelebung durchzuführen ist. 30 Mal Herzbelebung, 2 Mal beatmen. Sogar der Rhythmus, in dem das Herz massiert werden soll, wird vorgegeben.

Der Notarzt muss natürlich trotzdem gerufen werden, doch das kleine Gerät kann im Ernstfall Leben retten. „Jeder sollte sich mit dem Gerät vertraut machen – und im Notfall auch wirklich handeln!“ ruft Matthias Mersmann, Leiter der Ausbildungsabteilung der Malteser, die Bevölkerung auf.

Wer noch Fragen zur Frühdefibrillation hat, kann sich bei den Maltesern unter Tel. (02364) 15530 melden.

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