
Vest. Für Arbeitgeber aus der Industrie, dem Handwerk, Landwirtschaft und dem Dienstleistungssektor steht seit kurzem ein neues Förderprogramm zur Verfügung, um langfristige Beschäftigung zu ermöglichen: Der Name „JobPerspektive“ ist Programm und Aufgabe zugleich. „Wir wollen Langzeitarbeitslosen, die dauerhaft keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, einen langfristigen Einstieg ins Berufsleben ermöglichen“, erklärt Arbeitsagentur-Sprecher Ullich Kupke dem Sonntagsblatt. Gesucht werden Arbeitgeber aus der freien Wirtschaft, die dem „Langzeitarbeitslosen mit multiplen Vermittlungseinschränkungen“ einen sozialversicherungspflichtigen Job anbieten.
Das Förderprogramm war bis 31. März den Wohlfahrtsverbänden und anderen anerkannten gemeinnützigen Trägern vorbehalten. Die Gesamtstellenzahl für das Gebiet der Vestischen Arbeit Kreis Recklinghausen sind 680 Stellen. Derzeit sind bereits 76 Stellen bewilligt – 49 Männer und 27 Frauen haben über JobPerspektive den Einstieg ins Berufsleben geschafft.
„Inhalt des Förderprogramms ist es, auch erwerbslosen Menschen Chancen auf eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu geben, die sich neben ihrer Langzeitarbeitslosigkeit und der damit verbundenen Arbeitsmarktdistanz etwa mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, geringer Qualifikation oder fehlender Schul-und Berufsausbildung schwer vermitteln lassen – obwohl vermehrt zu verzeichnen ist, dass individuelle Stärken, besondere Kenntnisse und Fähigkeiten am Arbeitsplatz positiv eingebracht werden können“, so Martin Peetzen, Bereichsleiter Markt & Integration der Vestischen Arbeit Kreis Recklinghausen.
Ein Beispiel dafür ist das Unternehmen Neiko GmbH & Co. KG in Herten, das den 51-jährigen Peter Ost, zum 1. Juli für vorerst zwölf Monate eingestellt hat. Zuletzt hatte Ost 1986 eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. In den letzten 22 Jahren hat er Familieangehörige gepflegt und einige Qualifizierungs-Maßnahmen durchlaufen. „Die Einstellung und Leistungsbereitschaft von Herrn Ost ist hervorragend“, betont Günter Neises, Geschäftsführer des Unternehmens Neiko.
„JobPersektive“ bietet eine besondere finanzielle Unterstützung, die bei Schaffung neuer Arbeitsstellen sehr hilfreich sein kann. Bis zu 75 Prozent des Bruttolohns des Arbeitgebers können bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen gezahlt werden. Diese Förderung kann bis zu 24 Monate gewährt werden, danach ist unter bestimmten Voraussetzungen eine weitere Förderung möglich, die keiner zeitlichen Begrenzung unterliegt.
Interessierte Arbeitgeber wenden sich direkt an die Vestische Arbeit, Marita Frank, Tel. (02361) 3067-183, E-Mail: vestische-arbeit.mui@arge-sgb2.de.

