
RE (sl). Die Chancen stehen gut, dass sich eine neue Liste in Recklinghausen gründet und das mit dem Potential, Nachahmer in anderen Städten zu finden. Der gerade nach fünf Jahren aus der FDP ausgetretene Andreas Scholz will mit der Liste Integration in Recklinghausen zur Kommunalwahl im kommenden Jahr antreten.
Scholz saß als sachkundiger Bürger in Kreis-und Ratsausschüssen und war stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender seiner ehemaligen Partei in Recklinghausen. Andreas Scholz sieht Bedarf für eine Liste Integration auf kommunaler Ebene: „Im Bundestag, im Europaparlament und in den Landtagen sitzen schon seit Jahren Abgeordnete mit Migrationshintergrund. Auf kommunaler Ebene ist das anders und daran möchte ich etwas ändern.“
Andreas Scholz ist klar, dass der Migrationshintergrund keine allzu breite Basis für gemeinsame politische Aktivitäten ist. Migranten – das sind Türken und Griechen, Reiche und Arme, Linke und Rechte, Atheisten und Religiöse, Konservative und Liberale. „Es ist eine Ein-Punkt Liste – es gibt Schnittstellen zwischen allen Migrantengruppen. Es gibt gemeinsame Probleme und vor allem fehlt es an jeder Repräsentanz im Rat.“
Das will Scholz nun ändern und hat Kontakt zum Recklinghäuser Integrationsrat aufgenommen. Aus dem Kreis der dort Vertretenen gebe es erste positive Signale. Bald, so Scholz, werde man sich treffen. Dann wird auch die Arbeit an einem Programm beginnen. Sollte die Liste bei den Wahlen erfolgreich sein, hofft Scholz auf ein Umdenken bei den anderen Parteien: „Vielleicht ändern die dann ihre Listenaufstellungen. Wenn es normal ist, das auch Migranten über die Listen aller Parteien in die Räte kommen, werden wir überflüssig.“

