Marl (eib). Marl steht noch immer nicht mit vollem Herzen dahinter, dass in Recklinghausen eine Kreisleitstelle eingerichtet wurde. Und trotzdem wurde nun mit einem Klick die Verbindung geschaffen – obwohl der Rat größte Bedenken hatte und sich über den Tisch gezogen fühlte. Erst nach einer juristischen Prüfung und einer kurzfristigen Dringlichkeitsentscheidung wurde der Weg frei gemacht. Jetzt sind alle Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst im Vest koordiniert.
Vor der widerwilligen Zustimmung wollten die Marler Politiker wissen, wo denn die halbe Million Euro Einsparungen geblieben waren, die der Kreis versprochen hatte. Ein tiefer Blick in die Pläne zeigte: Von den beiden wegfallenden Funktionsstellen ist am Ende nur eine übrig geblieben, eine bleibt im Einvernehmen mit dem Kreis doch in Marl. Weitere Veränderungen wurden schließlich doch nicht so umgesetzt wie ursprünglich geplant.
Trotzdem waren die veralteten Zahlen für den Kreis Grund genug, um auf die Stadt Marl Druck auszuüben: Entweder die Aufschaltung des Notrufes geschieht kurzfristig, oder der Haushalt des Jahres 2007 wird nicht genehmigt. Die Politik sieht sich heute erpresst mit überholten Argumenten – und nimmt das dem Landrat übel.
Eine Rückabwicklung wird es deshalb nicht geben. Aber allein das Aufschalten des Marler Feuerwehrnotrufes auf die Kreisleitstelle kostet (einmalig) 125.000 Euro, die an anderer Stelle bei der Feuerwehr eingespart werden. Und langfristig wird es ebenfalls teurer: Die Stadt hat bereits die Gebühren für den Rettungsdienst geändert, die pünktlich zur feierlichen Aufschaltung erhöht wurden.
Nun konnten Landrat Jochen Welt und Marls Kämmerer Dr. Michael Gläseker mit einem symbolischen Mausklick in Recklinghausen das Startsignal geben, nachdem in den letzten Monaten die Feuerwehrbeamten damit beschäftigt waren, „im Interesse der Sicherheit aller Marler Bürger die notwendigen Voraussetzungen für einen Übergang von der Einsatzzentrale der Feuerwehr auf die Kreisleitstelle zu schaffen“, wie der Landrat betonte. Die Zufriedenheit in Recklinghausen war groß – trotz einer kritischen Anmahnung der Marler CDU.

