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Der kleine City-See wird zugeschüttet

Marl (eib). Der kleine City-See wird zugeschüttet, der große See bekommt eine Ponton-Brücke. Die Stadtverwaltung setzt ihre ursprünglichen Plänen. Die Anlieger, die monatelang für den See-Erhalt gekämpft hatten, haben aufgegeben und wollen nur noch bei der Gestaltung der Grünfläche ein Wörtchen mitreden.

Mitte Februar waren die über Jahre gewachsenen Umbaupläne für den Doppel-See plötzlich in Frage gestellt worden: Bewohner aus dem Gebäudekomplex Wohnen-West (240 Wohnungen) protestierten: Sie seien nicht gefragt worden und wollten den kleinen See behalten. Die irritierten Politiker stoppten das Verfahren erst einmal.

Inzwischen ist klar: Man kann auch anders, dann müssten aber dafür neue Förderanträge gestellt werden. Schnittstellen wären nötig und Zwischenlösungen und zum Schluss wüsste man nicht, ob eine andere Lösung auch einen Zuschuss bekomme. Außerdem werde alles teurer, erläuterte die Leiterin des Grünflächenamtes, Cordula Thume. Und wer sollte die Folgekosten für einen neuen kleinen See tragen? Wären dafür die Anlieger bereit? Oder würde es den Anliegern reichen, wenn sie bei der Gestaltung der Grünanlage ein Wort mitreden könnten?

Zur allgemeinen Überraschung zeigten die Bürger keinen Widerspruch. Im Grünflächenausschuss machten sich die Politiker gleichwohl Gedanken, ob der Ponton-Steg über den See eine gute Idee ist. Es sei zu befürchten, dass er nicht lange einer Randale standhalten werde. Marl sei eben kein Kurort, hieß es. Manche Politiker spekulierten gar, es werde diesen Steg gar nicht geben. Schon jetzt werde der See-Umbau 200 000 Euro teurer als ursprünglich geplant. Da könnte es doch sein, dass am Ende gar kein Geld mehr für dieses See-Highlight übrig bleibe.

Glücklich mit der Entscheidung sind übrigens nicht alle Bewohner. „Da lässt die Stadtverwaltung eine wichtige Anlage verkommen und dann schreit sie nach Geld von der Landesregierung, um sie zu vernichten“, beklagt Anwohner Heinrich Weigel. „Und die Ratsherren stimmen auch zu. Diese Katastrophe hat nur in Marl eine Chance.“

Der Rat wurde letztlich nicht wieder mit dem Thema befasst – weil er sich ja längst entschieden hatte und daran nun auch nichts geändert werden soll.

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