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Staus und Geisterfahrer auf der Herzlia Allee

FOTO: Mengedoht

Marl (eib). Die Herzlia Allee, Marls Verbindungsstraße in Richtung Herten und Recklinghausen, sorgt seit zwei Wochen für Stress, weil sie eine neue Asphaltdecke erhält: Es gibt nur eine Fahrspur in jede Richtung und eine Querung der Straße ist zeitweise auch nicht möglich. Die Folgen sind Staus – und viel Frust.

Wer zwischen der Bergstraße und der Recklinghäuser Straße unterwegs ist, sollte etwas Zeit mitbringen und auf Überraschungen gefasst sein. Linksabbiegen ist für Autofahrer in Richtung Süden meist nicht möglich. Wer also zu McDonald«s will, muss erst einmal bis zum Straßenende und von dort auf der Gegenfahrbahn wieder den Weg zurück. Da aber an der Recklinghäuser Straße zeitweise zwei der drei Spuren gesperrt waren, war der Rückstau gewaltig.

Manch Autofahrer wollte diese Geduld nicht mitbringen, sondern wagte es im nördlichen Teil der Bergstraße (wo sie noch in jede Richtung zweispurig ist) einfach gegen die Fahrtrichtung. Ein gefährlicher Weg, vor dem die Stadt Marl ausdrücklich warnt. Auch wenn noch keiner der Geisterfahrer bislang eine Unfall verursacht hat.

Und mitten im Staugebiet steht die Marler Feuerwache. Wie kommt sie mit dem Problem zurecht? Die Ampeln helfen nicht, wenn direkt vor der breiten Ausfahrt alles voller Autos steht. Zur Not, so die Stadt, werde man einfach über den gesperrten Streifen fahren. Der liegt nach dem Abfräsen der Oberschicht lediglich acht Zentimeter tiefer, also nicht einmal eine Bordsteinhöhe. Eine Behinderung, so die Stadt, sehe die Feuerwehr nicht.

Am 7. Mari sollen die Arbeiten auf dem 12.600 qm großen Straßenstück fertig sein – wenn das Wetter das zulässt.

Ausgenommen ist übrigens eine 500 Meter lange Spur von der Willy-Brandt-Allee bis zur Freerbruchstraße. Die ist nämlich eine vor einigen Jahren angelegte Versuchsstrecke, auf der die Stadt einen besonderen Asphalt ausprobiert: Mit einer Beimischung aus zerriebenen Autoreifen. Das soll die Straße leiser und weniger verschleißanfällig machen. Das Produkt enthält Zusätze aus dem Chemiepark. Ende des Jahres ist die Testphase zu Ende. Ob sich der Mehraufwand lohnt, wollte die Stadt aber nicht wissen – sie repariert schon jetzt.

Übrigens wird das Material in Kürze im Industriepark Dorsten-Marl hergestellt. Die Fabrik ist fast fertig, die Außenanlagen werden gerade gerichtet, Millionen von Altreifen aus ganz Deutschland rollen dann in den Industriepark.

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