Dorsten (eib). Das Ende des Bergbaues unter Altendorf-Ulfkotte naht. Die Erschütterungen aber bleiben – wenn auch nicht mehr so stark. Das erklärte der Chef der RAG-Bergschadensabteilung, Franz-Josef Kirsch, vor rund 250 Zuhörern in der Mehrzweckhalle. Eine gewisse Erleichterung war zu spüren, aber es blieb auch eine Portion Misstrauen zurück.
Der Andrang war schon etwas weniger stark als von den Organisatoren erwartet. Offenbar hätten sich die Ankündigungen des Bergbaus bereits beruhigend auf die Altendorfer ausgewirkt, vermuteten die Bergbau-Vertreter. Obgleich sich auch der reduzierte Bergbau mit Senkungen und Schäden auf den gesamten Ort auswirken würden, so Kirsch. Insbesondere profitiere vom vorzeitigen Bergbau-Aus zum Jahresende das Gewerbegebiet Dorsten-Ost: Weil das Baufeld 333 gar nicht erst angegangen werde, gebe es auch keine Absenkungen im Bereich Poco/Promarkt/Möbel Peters/Baumarkt.
Auf die Kanalisierung des Erdbaches soll der Abbau keinen Einfluss haben, es gebe aber noch keine konkreten Planungen. Erwogen wird, die Reparatur der Abwasserleitung mit einer Dichtigkeitsprüfung der Hausanschlüsse zu verbinden.
Die Schadensregulierung werde auch noch über das Abbau-Ende hinaus fortgeführt. An Zügigkeit und Qualität der Bearbeitung werde sich nichts ändern, erklärten die Bergbau-Vertreter.
Das Abbau-Ende werde aber auch kurioserweise Nachteile haben: Schief stehende Häuser würden nicht in dem Maße wieder „gerade“ gerückt als würde die Förderung im vollen Umfang weiter gefahren. Dafür gebe es dann aber auch weniger Risse.
„Und wenn das Bergwerk Lippe schließt, kommt dann heimlich unterirdisch das Bergwerk Auguste-Victoria und baut weiter ab?“ fragte der Sprecher der Bürgerinitiative zum Schutz vor Bergbau-und Umweltschäden (Bisbu), Hans-Jürgen Fischer. Das sehe der Rahmenbetriebsplan nicht vor, so die Antwort. Gleichwohl regte Fischer an, der Aufsichtsrat solle beschließen, dass „auf immer und ewig“ kein Abbau unter Altendorf stattfinde.
Die Bergbauvertreter sahen ihre Zuhörer am Ende weniger beunruhigt als vorher – wenngleich nicht alle Sorgen in den drei Stunden vollständig ausgeräumt werden konnten. Schließlich könne man nicht vollständig ausschließen, dass noch Unvorhergesehenes passiere. Natürlich stehe man den Bürgern und der Initiative auch weiterhin zu Gesprächen zur Verfügung, so Franz-Josef Kirsch.
Die Bürgerinitiative zeigte sich weitgehend zufrieden: Dass der Abbaubetrieb ein Jahr früher Schluss mache und dass das Baufeld 275 schon in Höhe des Sportplatzes zu Ende sei, erspare dem Dort viele Erschütterungen, die Bergsenkungen würden nur noch bei 20 bis 40 cm liegen und nicht mehr bei 50. Lob gab es für die Geschwindigkeit, mit der der Bergbau die Schäden bearbeite. Und auch dafür, dass eine großzügige und faire Begleichung der Schäden zugesagt wurde. Fazit des Bisbu-Sprechers Hans-Jürgen Fischer: „Es hat sich gelohnt zu kämpfen!“

