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Bei der Feuerwehr brennt es

Ob der Brand bei der Feuerwehr in der Stimbergstadt noch zu löschen ist, bleibt fraglich. FOTO: pixelio.de

Oer-Erkenschwick (eib). Ein tolles Ding, was sich da im September 2007 in Oer-Erkenschwick ereignet hat: Eine junge Frau wird an einen Baum gefesselt, Männer kritzeln mit Filzstiften ihren Namen auf die Innenseite ihrer Oberschenkel. Die Frau schreit, gerät in Panik, wird losgebunden und rennt weg. Oder ist die Geschichte etwa ganz anders abgelaufen? Die Freiwillige Feuerwehr Rapen ist in heller Aufregung, das Verwaltungsgericht hat bereits ein Urteil gesprochen, die Kreisverwaltung hat sich eingemischt. Aktueller Stand: Drei Monate Ruhepause. Aussage steht gegen Aussage.

Hier nun die Geschichte, wie sie die Feuerwehr sieht: Die 20-Jährige, auszubildende Rettungssanitäterin, habe sich „in unüblicher Weise bis auf den Bikini“ ausgezogen und um „Einweihung“ gebeten. Schließlich sei man ihrem Wunsch gefolgt, habe sie an einen Baum gebunden und mit einem Filzschreiber auf ihrem Rücken unterschrieben. Jemand habe auch im Scherz ihre Wade berührt, worauf die junge Frau mit Schlägen drohte. Dann ging die „Taufe“ weiter, schließlich zog sie sich an, schimpfte noch einmal und verschwand nach Haltern am See.

Dann wandte sie sich an die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Monika Vahle und die wiederum wandte sich an Bürgermeister Achim Menge für „Nachforschungen“. Im Gegenzug reichte Stadtbrandmeister Andreas Lux Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Gleichstellungsbeauftragte ein.

Die 20-jährige Rettungssanitätern erstattete Ende Oktober Strafanzeige wegen versuchter sexueller Nötigung, die Staatsanwaltschaft Bochum eröffnete kein Verfahren.

Jetzt hätte die Sache beendet sein können, doch die Feuerwehr sah noch Handlungsbedarf. Es gebe einen schwerwiegenden Vertrauensbruch, so meinen 25 Mitglieder des Löschzugs Rapen und kündigten ihren Austritt an, wenn die 20-Jährige nicht den Löschzug verlasse. Man habe Angst, ebenfalls „Opfer von falschen Anschuldigungen zu werden“. Und ihr Freund und deren Vater sollten auch raus – beide hatten zwei Tage vor dem seltsamen Aufnahmeritual Krach gehabt mit dem Löschzugführer um einen Leistungsnachweis.

Jedenfalls fand die Wehr ein „feuerwehrunwürdiges“ Verhalten und schmiss die drei raus.

So geht es nicht, fand das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Eine Abmahnung oder eine Verwarnung hätten auch ausgereicht. Wehr und Stadt nahmen noch vor einem Urteil die Entlassungsverfügung zurück.

Der Feuerwehrchef sieht das Problem damit aber noch immer nicht gelöst: „Die besondere Gefahrengemeinschaft Feuerwehr verlangt ein uneingeschränktes Vertrauen untereinander.“ Dieses Vertrauen könne man nicht gerichtlich erzwingen. Lux sieht den Brandschutz für Oer-Erkenschwicker Bürger „stark gefährdet“.

Letzter Stand: Mit den dreien wurde eine dreimonatige Ruhepause von der aktiven Mitgliedschaft vereinbart. Die Zeit soll genutzt werden zu „moderierten Gesprächen“.

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