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Neue Chance für Schacht 8: Arbeitslosentreff

Marl (eib). Eine Discothek am Standort Schacht 8 wird es nicht geben, aber der Nachbar des ehemaligen soziokulturellen Zentrums nahe der B 225 stimmt einer neuen Nutzung zu, bei der die Werkstatt Brassert federführend ist.

Die gemeinnützige Einrichtung will mit Hilfe von Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose das Gebäude und Gelände wieder herrichten – und es zugleich zu deren Treffpunkt machen. Aus-und Aufbau erfolgt damit nach den finanziellen Möglichkeiten und dem tatsächlichen Bedarf.

Hier sollen durch Forstarbeiten Arbeitslose qualifiziert und die Halle 2 als Werkstatt für die Spielplatztruppe aufbereitet werden. Am Ende soll es ein Cafe und ein Jugendbüro geben, einen Fahrradstützpunkt und einen Kinderspielplatz, Ateliers und einen Ökogarten, Werkstätten und Gruppenräume zur Miete.

Einer solchen Nutzung hat der Nachbar bereits zugestimmt, an dem das alte Jugendzentrum einmal gescheitert war: Es war – mit dem Charakter Diskothek – teilweise derart gut besucht, dass sich der Nachbar belästigt fühlte, klagte und gewann.

Allerdings sind Musikveranstaltungen im Abendbereich künftig ausdrücklich nicht vorgesehen. Ein Punkt, der dem Kulturausschuss Probleme machte: Also darf die Musikschule dort abends kein Konzert geben? Das Thema soll noch einmal aufgegriffen werden, ebenso wie die Frage, wann eigentlich „abends“ ist.

Ansonsten zeigten sich die Politiker rundum zufrieden mit dieser Lösung. Ein Nachkarten wegen der langjährigen und letztlich erfolglosen Bemühungen um eine Discothek unterblieb. Schon lange hatte es Zweifel gegeben, ob ein Investor bereit wäre, die immensen Umbauarbeiten zu stemmen und zusätzlich noch eine halbe Million Euro in eine neue Zufahrt zu stecken.

Letzteres ist – wegen der bescheideneren Größenordnung – kein Thema mehr. Für die ersten beiden Jahre hat die Stadt eine Anschubfinanzierung von jeweils 35 000 Euro vorgesehen. Ob die früher geflossenen Landeszuschüsse für das alte Konzept noch immer zurückgezahlt werden müssen, ist noch nicht ausgehandelt, erklärte die Verwaltung: „Es laufen Gespräche, die Signale sind positiv.“

Auf die Schnelle wird das neue Konzept nicht umgesetzt. Die Bürgermeisterin mahnte, man dürfe die Werkstatt Brassert nicht überfordern. Die letzten Fragen sollen in dieser Woche im Haupt-und Finanzausschuss geklärt werden.

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