Marl (eib). Die Vestische Arbeit blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2007 zurück: 3,3 Prozent weniger Bedarfsgemeinschaften und 5,4 Mio Euro weniger Ausgaben als im Vorjahr sind die Eckpunkte der Bilanz.
Seit drei Jahren gibt es die „Arge“ in Marl, die im Wesentlichen den Aufgabenbereich des früheren Sozialamtes übernommen hat. 5219 Bedarfsgemeinschaften (Lebenspartner und Kinder) sind zu betreuen (Ende 2007). Die Zahl der Arbeitslosen ging um 3,75 Prozent auf 10649 zurück. Im vergangenen Jahr wurden 56,47 Millionen Euro an Leistungen für die Grundsicherung ausgegeben, die Leistungen für Unterkunft und Miete sanken um 68592 Euro. 1743 Personen wurden auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet.
Wie „erfolgreich“ die Vestische Arbeit sei, wollte der Sozialausschuss wissen und fragte nach Vergleichszahlen. Doch die konnten die Arge-Vertreter nicht liefern. Es sei einfach zu kompliziert, die Städte untereinander zu vergleichen. Der Ausschuss hörte es mit Unverständnis.
Der öffentlichen Kritik an den Entscheidungen der Arge, Klagen und Gerichtsentscheidungen hielte der stellvertretende Leiter der Vestischen Arbeit, Hans-Jürgen Beckmann, eigene Zahlen entgegen: Mehr als 50 Prozent würden sofort zurückgewiesen, nur drei Prozent würden zu Klagen, davon gingen nur 1,3 Prozent zu Gericht und würden verhandelt. Anderseits müsste man in 30 Prozent der Fälle den Bürgerbeschwerden nachgeben, „aber das sind keine großen Mengen“.
Derzeit sind 89 Stellen der Vestischen Arbeit besetzt, die Sollstärke von 106 Stellen könne erst in einiger Zeit erreicht werden. Probleme machen die Räumlichkeiten, die mit je zwei Sachbearbeitern besetzt sind. Wegen des Datenschutzes kann aber immer nur ein Kunde betreut werden.
Entscheidende Erleichterung kommt Ende August. Dann zieht die Vestische Arbeit in einen der beiden Rathaustürme, die – wegen des Stellenabbaus in der Stadtverwaltung – schon über mehrere Etagen freigezogen sind.
Allerdings ist schon jetzt klar, dass es die Vestische Arbeit in dieser Form längstens bis 2010 geben wird. Wegen rechtlicher Probleme (Mitarbeiter haben eigentlich zwei Arbeitgeber) muss die Konstruktion geändert werden. Wie das einmal aussieht, ist noch nicht klar.

