Werbe hier
Veröffentlicht in

Der große Traum, dass es noch ein Morgen gibt

Ehefrau Gabriele (l.) und Nadine Neumeier bitten die Bevölkerung um Blutspenden beziehungsweise Knochenmark-Typisierung. FOTO: Mengedoht

Marl (om). Wenn der dreifache Vater Ferdinand Neumeier, der an akuter Leukämie erkrankt ist, nicht bald eine Knochenmarktransplantation erhält, stirbt er. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Jetzt kann nur noch ein Mensch mit den richtigen von 50 Millionen Gewebestrukturen im Blut dem 52-jährigen Bahner helfen, erklärte Joachim Winterhager, Geschäftsführer der Westdeutschen SpenderZentrale (WSZE) im Marler Haus Tobit der Caritas. Dort arbeiten Ferdinand Neumeiers Frau Gabriele und die Zwillingstöchter Nadine und Kerstin – und ihr Chef Markus Bothe, Prokurist der Caritas Marl, hatte eine Knochenmark-Typisierubngsaktion ins Leben gerufen, als er von dem Schicksal der Neumeiers erfuhr.

Bothe hat die über 500 Mitarbeiter aktiviert, die Geld für die Typisierung und Blut gespendet haben, und will nun auch die Bevölkerung zur Mithilfe aktivieren. Immerhin für 80 Prozent der Menschen, die eine Übertragung von Knochenmark-Stammzellen brauchen, kann ein passender Spender gefunden werden.

„Letztes Jahr im April sollte Ferdi zu einer Voruntersuchung für die Kur, wegen seines Rückens“, erinnert sich Gabriele Neumeier. Obwohl es ihm gut ging – „müde oder schlapp ist ja jeder mal“ –, hatte der Arzt sofort einen Verdacht und zwei Tage später landete der Bahnangestellte in der Uniklinik Essen, wo er seitdem ständig in Behandlung ist. Mehrere Chemotherapien schienen geholfen zu haben, „ab Oktober dachten wir, es ginge aufwärts“.

Kurz vor Ostern dann, Ferdi Neumeier hatte gerade seinen Angelschein gemacht und bereitete sich auf Reha und Kur vor, der Rückschlag: Er erlitt einen Rückfall und nur eine Spende von Knochenmark-Stammzellen kann sein Leben noch retten. „Man fühlt sich so hilflos, weil man nichts tun kann“, erzählt Tochter Nadine. Urlaub, der Garten und die selbst gefangenen Fische räuchern, das waren die Lieblingsbeschäftigungen der Familie Neumeier. „Jetzt ist der große Traum, dass es überhaupt ein Morgen gibt.“

Darum rufen Caritas, DRK und WSZE zu Geldspenden für die Kosten der Typisierung – 50 Euro pro Person – und Blutspenden auf. Am Mittwoch, 11. Juni, von 14 bis 20 Uhr kann jeder von 18 bis 55 ins Marler Haus Tobit, Hülsbergstraße 135, kommen und im Rahmen einer Blutspende auch ein Röhrchen Blut (10 ml) für die Knochenmarl-Typisierung entnehmen lassen.

Sollte ein passender Spender gefunden werden, ist die Entnahme des Knochenmarks übrigens heute kein großer Akt mehr: „Heutzutage ist keine Operation mehr nötig“, weiß Michael Vaupel, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands. Es werden Vorläufer-Stammzellen aus dem Blut gewonnen und aus diesen die Stammzellen generiert. Das geht über eine Art Blutwäsche und ist nicht wesentlich anders als eine normale Blutspende, bloß dauert es vier bis fünf Stunden.

Um die hohen Kosten für die Typisierung aufzufangen, bitten Caritas und DRK auch um Spenden: Unter dem Stichwort „Typisierung Ferdinand Neumeier/Marl“ können Spenden auf das Konto Nr. 41111 des DRK-Kreisverbands RE bei der Sparkasse Vest (BLZ: 42650150) überwiesen werden.

Werbe hier