
Datteln. Wenn am morgigen Sonntag zwischen Rathaus und Hermann-Grochtmann-Museum Pfeile durch die Luft zischen und auch die Bogenschützen seltsam kostümiert erscheinen, dann kann dies nur eins bedeuten: die Kanalstadt feiert das mittelalterlichen Dorffest “Anno 1147“ (Datteln, damals “Datlen“, wurde von Papst Eugen III. in einer Besitzurkunde für die Abtei St. Heribert in Deutz 1147 erstmalig erwähnt).
Das Fest, das bereits am heutigen Samstag beginnt, erlebt mittlerweile seine fünfte Auflage. Wegen des Kulturhauptstadtjahres 2010 halten die Veranstalter ganz besondere Leckerbissen für die Besucher bereit. So gibt es für das leibliche Wohl eine Taverne mit kühlen Getränken und ein reichhaltiges Angebot an frisch zubereiteten Speisen nach mittelalterlicher Art. Zusätzlich werden hier Sagen von vergangenen Zeiten erzählt. Ansgar der Lederer und der Schmuckstand Glanz und Gloria bieten ihre Waren feil und das orientalische Teezelt von Elffeast lädt zum Verweilen ein.
Neben einer Modenschau, die über 1000 Jahre Mode präsentiert, zeigen Handwerksgesellen, wie Gewänder und Glasperlen im Mittelalter hergestellt wurden. Die Gruppe Mallbüdels baut in ihrer Schmiede Pfeile, und Kinder können bei Habitatum ihre ersten Versuche machen, mit dem Bogen zu schießen. Die Gäste haben aber auch die Möglichkeit, verschiedene Handwerkstechniken selbst zu probieren. Der Balken für das beliebte “Ritterschubsen“ steht für große und kleine Kämpfer bereit und die “Kleinen“ können zusätzlich an einem Turnier teilnehmen.
Die “Großen“ dagegen kämpfen wie in alten Zeiten um die ehemalige “Almende“, dem fruchtbarsten Acker der Region. Dabei treten Knechte und Mägde der umliegenden Gehöfte gegen einander an, um sich körperlich zu messen. (Denn nur der Hof mit den kräftigsten Mägden und Knechten konnte damals dieses fruchtbare Land im Sinne des Herrn bestellen.) Dazu erteilt Diakon Horst Borrieß seinen Segen: in einer Nachtmesse am Samstag um 22 Uhr und während einer Morgenandacht am Sonntag Morgen um 11 Uhr. Eine weitere Attraktion ist sicherlich der Wettkampf im Bogenschießen am Sonntag.
Das Programm wird musikalisch umrahmt von Konzerten in mittelalterlicher Manier. Die Lieder beschreiben den Ritt Konrads III. ins Heilige Land (Zweiter Kreuzzug), singen von seinem Begleiter Friedrich dem Schwaben oder erzählen von einer Hexe, die in “Duisburgho am Rhin“ unrechtmäßig regierte.
Der Eintritt ist wie immer frei.

