
Marl. „Eins, zwei drei.“ Der neunjährige Sayaf zählt auf Deutsch, während er die Figur auf dem Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel weiterzieht. Sayaf ist im Februar aus Afghanistan gekommen und wird im Marien-Hospital behandelt. Genauso wie der zehnjährige Siara Bik und der ebenfalls zehnjährige Mustafa. Ihre Lebensfreude ist ansteckend. Trotz ihrer Leiden.
Die drei haben schon vieles einstecken müssen. Die Diagnose der Ärzte: Knochenentzündung. Die wollte entweder nicht abheilen oder hatte bereits schwere Folgen nach sich gezogen. Deshalb kamen die Kinder über die Organisation „Friedensdorf International in das Marler Krankenhaus, wo sie kostenlos behandelt werden.
„Ursache kann ein Unfall beim Sport sein“, sagt Dr. Dirk Schulze Bertelsbeck, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie im Marien-Hospital. „Es kann sich aber auch um eine Kriegsverletzung handeln.“
Bei Siara Bik musste der Knochen gesäubert werden, dann wurden Antibiotikaketten eingelegt. Die Therapie hat angeschlagen, die Wunde sieht gut aus.
Bei Sayaf gestaltet sich die Behandlung langwieriger. Sein linker Unterschenkel war bereits in Afghanistan mehrfach operiert worden. Nun fehlt ihm ein Stück Unterschenkel. Der Junge konnte sich nur an Krücken bewegen, sein Fuß war völlig instabil. „Wir versuchen, den Knochenwuchs anzuregen“, erläutert Oberarzt Dirk Schäfers. „Wenn alles gut verläuft wird Sayaf demnächst wieder ohne Gehhilfen laufen können.“
Zweimal in der Woche kommt ein Lehrer, dann stehen Rechnen und ein bildgestütztes Lernen auf dem Stundenplan. Das Marler Engagement zahlt sich aus, schon bald werden die drei ins Friedensdorf zurückkehren. Mitte August startet das nächste Flugzeug in Richtung Heimat. Und vielleicht sitzen dann aus Sayaf, Siara Bik und Mustafa an Bord.
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Die drei kleinen Afghanen Mustafa, Siara Bik und Sayaf (v.l.) freuen sich über die Besserung ebenso wie Krankenschwester Sarah Deitermann, Jürgen Koch (2.v.r.) vom Friedensdorf International und Oberarzt Dirk Schäfers (r.).
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Mustafa, Siara Bik und Sayaf sind auf dem Weg der Besserung. Mit ihnen freut sich Krankenschwester Sarah Deitermann.

