Marl. Bei der CDU Marl ist man zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen: Nach dem jetzigen Informationsstand lehnen die Christdemokraten eine Mülldeponie auf der Bergehalde ab.
Besonders irritiert sind die Vorstände der Ortsverbände darüber, dass eine Deponie an dieser Stelle alle bisherigen Planungen ad absurdum führen würde. Sowohl die Ergebnisse von ISEK als auch das kürzlich verabschiedete Einzelhandelsgutachten sehen die Freizeitgestaltung auf der Halde Brinkfortsheide als einen wichtigen Ankerpunkt. Unter dem Titel „Große Freiheit – Halde der Möglichkeiten“ bewirbt sich die Stadt Marl um die Teilnahme an der Internationalen Gartenaustellung (IGA) 2027.
Die Halde wird dort als „Industrielandschaftsschönheit bezeichnet“ und zahlreiche Möglichkeiten einer Freizeitnutzung werden aufgezeichnet. Auch soll das vorgelagerte Areal unterhalb der Fördertürme als Entree für Veranstaltungen, Treff und Aufenthalt genutzt werden. Mit Blick und Zugang auf eine Mülldeponie dürfte diese Idee ausgehebelt sein. „Da der Finanzplan zunächst einmal von einer Nutzungszeit von 15 Jahren ausgeht, braucht man kein Mathematiker zu sein, um zu erkennen, dass die Idee der IGA 2027 mit der Genehmigung einer Deponie für die Halde gestorben sein wird,“ führt der Ortsverbandsvorsitzende der CDU Hüls, Ralf Baumgärtner aus. „Erhöhter Freizeitwert mit Naherholungsgebiet im Tausch gegen eine Müllhalde, da ziehen die Bürger klar den Kürzeren“, meint auch der Vorsitzende der CDU Marl-Nord Wolf-Dieter Berg.
Die CDU will nun auch der Frage auf den Grund gehen, seit wann die Verwaltung von den Plänen gewusst hat. Stadtverbandsvorsitzender Thomas Terhorst ist sich sicher: „So einen gravierenden Eingriff kann man nicht komplett an der Stadt vorbei planen und diese dann vor vollendete Tatsachen stellen.“ Terhorst geht von „geheimen Absprachen“ aus.

