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A52: Die Angst vor Bauarbeiten gab den Ausschlag

Bild: Dieses Teilstück in Gladbeck sollte untertunnelt werden.

Vest. Es sollte ein guter Kompromiss sein mit vielen Vorteilen. Es wurde eine klare Absage: Gladbeck kann mit der B224 leben, so wie sie heute ist. Gladbeck will keinen komfortablen Ausbau zur A52. Nach dieser Bürgerentscheidung gibt es böse Überlegungen: Die Straße auszubauen, nur die Durchfahrt durch Gladbeck nicht. Das Thema Straße ist noch nicht zu Ende diskutiert.

Einen Deckel über der Autobahn wollte Gladbeck, schließlich blieb davon ein 1500 Meter langes Kernstück übrig. Damit kann man leben, meinten die beteiligten Behörden und Politiker. Die Bürger haben das am vergangenen Sonntag anders gesehen, 55 Prozent lehnten den Kompromiss ab.

Ihre Argumente: Eine jahrelange Bauzeit, die der Stadt viele Probleme bringt. Und ein dominierender Autobahnanschluss mit der A2, der sechs bis sieben Meter höher wird als heute. Schließlich: Wie verlässlich sind heutige Zusagen bei den europaweiten Währungsturbulenzen? Bleibt am Ende eine Wanne ohne Deckel, weil kein Geld mehr da ist?

Dann doch lieber die Situation von heute: Die Gladbecker haben sich mit der Situation abgefunden, Klagen gebe es kaum, so der Pressesprecher der Stadt Gladbeck, Peter Breßer-Barnebeck.

Jetzt also zum Plan B? Den gibt es nicht. Es gab schon mal ein vorsichtige Überlegungen, ob man die A52 nicht zwischen Gladbeck und Gelsenkirchen führen könnte, um sie mit der A2 zu verknüpfen. Geht nicht, das sei Naturschutzgebiet, kam der erste Einwand.

Aber wenn Gladbeck keinen Ausbau wolle, dann könnte man ja die Weiterführung ab der A2 bis zur A42 in Essen ausbauen. Schließlich bekäme damit endlich Bottrop-Welheim den dringend gewünschten Lärmschutz.

Die Idee findet glatte Ablehnung in Gladbeck. Das würde für die Stadt bedeuten, dass sie die Nachteile einer Autobahn hat, nicht aber die Vorteile. Und weil rund 500 Meter (zwischen Autobahn und dem Flüsschen Boye) auf Gladbecker Gebiet liegen, hat man ein Faustpfand für solche Planungen.

Also gar nichts machen? Breßer-Barnebeck verweist auf die Dortmunder Lösung: Geschwindigkeitsbeschränkungen, Ampeln noch besser aufeinander abstimmen und für die Anlieger einen besseren Lärmschutz (der jetzige ist aus den 80er Jahren).

Das Argument, die Entwicklungen der Industriegebiete in Dorsten, Marl und Gelsenkirchen würde weiterhin behindert, lässt man in Gladbeck nicht gelten: Nur die wenigsten Laster kämen aus der hiesigen Region, viele aus Norddeutschland, den Niederlanden und Polen.

Wie es weitergehen kann, darüber wird nun neu nachgedacht.

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