
Dorsten (eib). Der erste große Baustein ist gesetzt: Die RAG hat 12 ha von der Hervester Zechenfläche für einen hohen einstelligen Betrag an die Tedo GmbH verkauft (Tempelmann Dorsten, eine neue Firma der Prisma-Gruppe). Schon im nächsten Jahr soll das weitgehend erhaltene Bergbau-Ensemble für Kultur, Sport und Unterhaltung zur Verfügung stehen.
Bürgermeister Lambert Lütkenhorst sprach vom Ende eines langen Prozesses und meinte damit die komplizierten Verhandlungen mit der RAG. Prisma-Geschäftsführer Ralf Ehlert sprach von den vielen Möglichkeiten, den Ideen und der Aufgabe, dass nun möglichst schnell die Genehmigungsverfahren durchlaufen werden. Und Prof. Dr. Hans-Peter Noll sprach als Vorsitzender der RAG Montan Immobilien von den Plänen, auf dem Leopold-Gelände auf 7 ha Mittelstand und Gewerbe ansiedeln zu wollen (40-45 ¤). Und den Rest noch zu „entwickeln“.
Das spannendste ist aber die künftige Nutzung der alten Gebäude:
• Die alte Waschkaue soll eine Oldtimer-Sammlung aufnehmen, außerdem deren Pflege und Wartung.
• Die Lohnhalle soll ein Jugendhotel beherbergen und Ateliers für Malen, Kunst und Musik (von lernen über vorführen bis zu aufnehmen und verkaufen).
• In der Trafo-Halle soll ein Cub entstehen (ähnlich wie in Bottrop)
• Im Keller der beiden Komplexe ist Platz für Ausstellungen von Museen und Künstlern.
• Eine Brücke führt von der Trafo-Halle zum Maschinen-Gebäude. Hier will der Bergbau-Verein zwei Maschinen erhalten, die durch eine Glaswand vom restlichen Entertainment-Komplex getrennt werden.
• Dazwischen liegt ein riesiger Biergarten.
Marode und nicht mehr haltbar seien das Kraftwerksgebäude und die Werkstatt. Trotz der tollen Architektur – eine Instandsetzung sei nicht finanzierbar. Da trifft es sich gut, dass genau diese beiden Flächen bestens für dringend nötige Parkplätze genutzt werden können.
Hinter dem klassischen Gebäude-Ensemble wird ein neues Gebäude errichtet, das auf 3000 qm unter anderem Lebensmittel-Handel und einen Getränkehandel aufnehmen soll.
Angeschlossen an die Halterner Straße wird der Bereich mit zwei neuen Straßen: Eine mit einem Kreisverkehr gegenüber Einmündung Harsewinkel, die zweite östlich der Schachtstraße. Letztere soll geradewegs durch das ganze Bergbaugelände verlaufen und im Norden mit einem Kreisverkehr auf der Straße Wienbecke enden.
Und noch eine neue Straße bekommt eine wichtige Aufgabe: Die Fürst-Leopold-Allee, die ab Joachimstraße/Halterner Straße mitten durch das Zechengelände führt und später einmal im großen Bogen auf die Halterner Straße zurück läuft. Doch dieses letzte Stück ist noch Zukunftsmusik.
Alles andere soll schneller gehen. Der Bürgermeister erklärte, er werde Chef einer Projektgruppe, die die ganzen Vorhaben nun voran bringen wolle. Zu einer Zeitschiene mochte er sich aber nicht äußern. Insbesondere nicht, wann denn der (möglichst 30 000 qm große) Festplatz fertig sei, auf dem Trödel und Kirmes, Schützenfest und Open-Air-Konzerte möglich sind. Von dem weiß man heute noch nicht einmal die genaue Lage.

