FOTO: Mengedoht
Herten (om). Aufatmen für die Bürger: In 2009 werden die städtischen Gebühren nicht oder kaum höher, die Abfallgebühren sinken sogar um zwei bis drei Prozent, kündigte Bürgermeister DR. Ui Paetzel im Gespräch mit dem Sonntagsblatt an. „Trotz gravierender Preissteigerungen bei Energie und Personal gibt es durch besondere interne und organisatorische Maßnahmen keine allzu hohen Steigerungen.“
Die erfreuliche Entwicklung im Abfallbereich: „Die Gebühren sinken um 2,8 Prozent für den am häufigsten aufgestellten Behälter, die 120-Liter-Tonne. Der Grund dafür ist die flächendeckende Einführung der blauen Papiertonne – 13.600 stehen in Herten – und wie gut sie von den Bürgern angenommen wird“, erklärte ZBH-Bereichsleiterin Helene Wagner. Die Erlöse aus dem Altpapierverkauf – im Jahr 2007 etwa waren es 4.500 Tonnen – kompensierten so die höheren Personal-und Fahrzeugkosten.
Ein weiterer Vorteil sei, dass der Kreis Recklinghausen verwertbaren Abfall ausgeschrieben habe und die Kosten für Grünabfall so von 33 auf 22 Euro pro Tonne und von 100 auf 85 Euro beim Bioabfall gesunken sei, so Wagner. „Der Sperrmüll kommt zur Sortierung und Wiederverwertung nach Bochum, ein Teil wird aber auch im RZR verbrannt.“
Auch bei der Straßenreinigung bleiben die Gebühren konstant. Nur das neue Gebiet AufEwald könne man bisher nur schätzen, daher sei eine Änderung für 2010 möglich, wenn der Aufwand höher als angenommen sei.
„Bei den Friedhofsgebühren gibt es allerdings eine moderate Steigerung“, gab Wagner zu. „Um 1,7 Prozent – während die Lebenshaltungskosten seit 2007 um fünf Prozent gestiegen sind. Wir haben also vieles ausgleichen können.“ So steige etwa eine Erdbestattung im Reihengrab um 30 auf 1.770 Euro, im Wahlgrab auf 3.110 Euro.
Um einen Cent steigt die Gebühr für Niederschlagswasser, erläuterte ZBH-Leiter Rolf Schulze, auf 70 Cent pro Quadratmeter. „Das macht bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus etwa 1,85 Euro mehr im Jahr, bei einem Gewerbebetrieb 19 Euro und beim Baumarkt mit großen Parkflächen 160 Euro“, verdeutlichte er, wie moderat die Anhebung sei. Die normale Schmutzwassergebühr bleibt dagegen bei den 1,89 Euro pro Kubikmeter.
Deutlich ungewisser ist aber die Zukunft des Kanalnetzes. „Eigentlich wollten wir im üblichen Rahmen für 3,5 Millionen Euro pro Jahr weiter investieren und sanieren, aber die Bezirksregierung hat uns gesagt, dass dies nach einer Umfrage zu wenig sei und es 4,5 bis 5 Millionen sein sollten“, berichtete Bürgermeister Paetzel. Das sei mit dem vorhandenen Personal nicht mehr zu schaffen, eine Ingenieursstelle (50.-bis 60.000 Euro im Jahr) müsse mindestens dazukommen und neben den höheren Investitionen müssten dann auch mehr Zinsen gezahlt werden. „Ab 2010 wird es also hier wohl eine Steigerung um mehrere Prozent geben“, kündigte Paetzel an.
Bereichsleiterin Wagner kündigte an, dass die Bürger mit den Gebürenbescheide auch ein Faltblatt erhielten, aus denen ersichtlich sei, wofür die einzelnen Gebühren genau seien. „Darin haben wir auch einen Vergleich von 1998 bis heute: Während die Lebenshaltungskosten von 100 auf 114 Punkte stiegen, gingen unsere Gebühren von 100 auf 100,1“, verkündete sie, stolz, dass viele Bemühungen, die Gebühren möglichst niedrig zu halten, auch fruchten.

