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Ahlmann erwägt Länderwechsel

Marl. Für den Marler Springreiter Christian Ahlmann ist die Medikationsaffäre der Olympischen Spiele noch nicht ausgestanden. Nachdem die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) gegen Ahlmann eine viermonatige Sperre wegen unerlaubter Medikation ausgesprochen hatte, meldete die Deutsche Reiterliche Vereinigung „FN“, dass für sie das Strafmaß nicht ausreichend sei und kündigte an, beim internationalen Weltsportschiedsgericht (CAS) in Berufung zu gehen. Zudem wird Ahlmann für 24 Monate nicht in einem deutschen Nationenpreis-und Championatsteam aufgestellt.

Der Verband verstoße Ahlmann aber nicht, sondern sieht die Sperre als „Denkpause“ und wünscht sich, dass „Christian uns erhalten bleibt“, so Bundestrainer Otto Becker.

Dem 33-jährigen Ahlmann wird vorgeworfen, seinen Wallach Cöster mit Capsaicin behandelt zu haben, „Doping und Tierquälerei“ lauten die Anschuldigungen. Er beteuert, nur den Rücken des Pferdes eingerieben zu haben und ein reines Gewissen zu habe. Gleichwohl sei die Behandlung ein Fehler gewesen, gibt Ahlmann zu. Für diesen Fehler zu bezahlen, sehe er ein, „aber dass der Verband zusätzlich gegen den eigenen Reiter vorgeht, liegt außerhalb meines Verständnisses“, sagte er in einem Interview.

Verwundert ist der Marler, dass er kaum negative Erfahrungen in seiner Heimatstadt gemacht habe. „Dabei würde ich es sogar gut finden, wenn jemand die Hosen anhätte und sagen würde: »Du bist ein Arschloch, ich glaube dir nicht.« Das passiert eher hinter vorgehaltener Hand.“ Allein Ahlmanns Anwaltskosten belaufen sich mitterweile auf über 50.000 Euro – „schwerer wiegt der Imageschaden“ –, zu seinem Glück ist noch kein Sponsor abgesprungen.

Noch einmal für Deutschland zu reiten, verbiete ihm, nach allem, was vorgefallen ist, sein Stolz, erklärte Ahlmann. Mit der Aussage, über einen Länderwechsel nachzudenken, schockte er die Reiterwelt. Aber: „Es gibt noch keine konkreten Kontakte.“

Die radikale Tierrechtsorganisation Peta Deutschland hat indessen Strafanzeige gegen den Springreiter erstattet. Die Verabreichung des Medikaments Capsaicin zur rechtswidrigen Leistungssteigerung sei ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetzmit. „Die nach Griechenland bereits wiederholte illegale Behandlung der Pferde durch deutsche Springreiter zeigt einmal mehr die Skrupellosigkeit mancher Olympioniken im Springreiten gegenüber ihren Tieren“, meint Dr. Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater von Peta. Die Essener Staatsanwaltschaft hat ein Strafermittlungsverfahren gegen Ahlmann eingeleitet.

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