Marl (eib). Der Jugendtreff Sinsen wird von der Stadt an eine Computerfirma verkauft, das Freizeitangebot wird schon am Montag gestoppt. Er wird in die alte Haardschule umziehen.
Völlig überrascht von der schnellen Entwicklung war der Ausschuss Kinder/Jugend/Familie. Der Rat der Stadt hatte den Gebäudeverkauf vor vier Wochen beschlossen, Zeit für eine wohlausgewogene Vorbereitung für den neuen Standort bleibt nicht.
In den nächsten vier Wochen werden die Sachen zusammen gepackt, dann werden wohl zwei Monate ins Land gehen, bevor die neuen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.
Allzu unglücklich über den Umzug sind die Beteiligten nicht. Denn sie hatten immer wieder Stress mit den nahen Nachbarn. Dass die Besucher des Jugendtreffs auch eine Rolle gespielt haben, ist gut vorstellbar.
Das Jugendamt charakterisiert die 12-bis 18-Jährigen so: Stark auffälliges Verhalten, hungrig, nicht mehr gruppenfähig, verbal aggressiv, mit Problemen in ihren anderen Lebenswelten (Schule, Familie, Freizeit).
Um sie kümmert sich ein achtköpfiges Team aus einem hauptamtlichen Mitarbeiter und sieben geringfügig Beschäftigten. Das Team will mit den künftigen Nutzern nun ein Konzept für den neuen Standort entwickeln. Drei Teams sollen sich um Außengelände, Angebot/Öffnungszeiten und die Regeln kümmern.
Auf eines können sie sich schon jetzt freuen: Der Abstand zu den Nachbarn ist deutlich größer.

