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In die Zeche zieht eine neue Nutzung ein

FOTO: Mengedoht

Dorsten (eib). Mehr als zwei Kilometer lang wird die neue Straße sei, ein baumbestandener Neubau mit dem prägenden Namen „Fürst-Leopold-Allee“. Sie wird das Rückgrat eines Gewerbe-, Einkaufs-undFreizeitgebietes von mehr als 50 Hektar (ha) und sie wird mithelfen, einen ganzen Stadtteil zu erneuern: Hervest-Dorsten.

Seit mittlerweile mehr als fünf Jahren geht es darum, was aus dem bisherigen Zechengelände, der Ruhrgas-Fläche und den angrenzenden Grundstücken einmal werden kann. Kein Industriegebiet und kein Wohngebiet – so viel ist klar, betonen Marc Lohmann (in der Stadtverwaltung Abteilungsleiter Stadtplanung) und Bernd Lehmann (Projektleiter für Hervest und die Zechenflächen).

Vieles ist denkbar, einigen Ideen ist man schon etwas näher getreten, gemeinsam mit der Tempelmann-Gruppe. Die interessiert sich für ein zehn ha großes Gelände parallel zur Halterner Straße. Hier liegen mehrere denkmalgeschützte Gebäude, die man neuen Nutzungen zuführen will: Ein Ruhrstadt-Hotel (in der Lohnhalle), Fitness und Bowling (Kaue), Kunst und Foto (Werkstattgebäude), ein Bistro (Trafogebäude), Proberäume, eine multifunktionale Veranstaltungshalle (Druckluftzentrale), Qualifizierungs-Maßnahmen (Förderturm). Wie das geht und bezahlbar ist, weiß noch keiner, alles ist architektonisch bedeutend.

Daneben gibt es, westlich anschließend, Platz für eine Geschäftsbebauung. Die könnte einmal mit den Geschäften auf der südlichen Seite der Hervester Straße zusammenwachsen. Wenn diese Straße ihre Bedeutung verliert und die neue Fürst-Leopold-Allee den wesentlichen Verkehr aufnimmt. Bis dahin dauert es, denn der kostenintensive Straßenbau lässt sich nur in Abschnitten vom heutigen Hagebaumarkt geradewegs über das Zechengelände und dann im Bogen zurück auf die Halterner Straße in Höhe des Lerchen Weges verwirklichen. Eine weitere neue Straße wird Hervest-Dorsten unmittelbar mit der Straße An der Wienbecke verbinden.

Das alles ist ein Langzeit-Projekt mit einer möglichen Verkleinerung des Ruhrgas-Geländes und einer Grünoase im Nordosten des Geländes. Die zerschneidenden Bahngleise werden bleiben, weil sie für eventuelle Einzelfälle gebraucht werden, um große Aggregate über die Schiene bis zum Umspannwerk Kusenhorst bringen zu können.

In zwei Jahren schon, so erwarten die Planer, können sich „die ersten sichtbaren Dinge“ entwickeln. Das würde auf dem 10 ha großen Gelände passieren, das Tempelmann kaufen will. Noch in diesem Jahr werden die ersten Entscheidungen fallen, nämlich die Vereinbarung über einen städtebaulichen Rahmenvertrag, den die Stadt, Tempelmann und die RAG-Immobilien gemeinsam schließen. Dort sind die ersten Eckpunkte fixiert, auf dieser Basis kann der Bebauungsplan aufgestellt werden, der dann das Baurecht schafft.

Spätestens dann erwarten die Planer die großen Diskussionen: Wie viel Geschäftsfläche ist sinnvoll? Will die Stadt ein eigenes Jugendzentrum bauen oder in ein vorhandenes Gebäude einziehen. Ist die Zuordnung von Plätzen, Wegen und Grünflächen im Sinne der Anlieger?

Entscheidende Widerstände sehen die Planer derzeit nicht. Aber vielleicht steckt der Teufel wieder einmal im Detail. Oder in der Frage, wie das alles finanziert werden kann. Über die Kosten hat man noch gar nicht nachdenken können. Aber ein gehobener zweistelliger Millionenbereich scheint nicht unwahrscheinlich.

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