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Auf Schalke zuhause wie neben Anna Netrebko

Marl. Die Neue Philharmonie Westfalen wurde 1996 aus der Fusion zweier Orchester des nördlichen Ruhrgebietes, dem Westfälischen Sinfonieorchester Recklinghausen und dem Philharmonischen Orchester der Stadt Gelsenkirchen, geschaffen. Am 22. und am 24. September lädt das 11. Europäische Klassik-Festival ins Yehudi-Menuhin-Forum zur „Night of Glory“ ein, mit der Neuen Philharmonie Westfalen. Karten für die vom Sonntagsblatt präsentierten Konzerte gibt es beim Sonntagsblatt, Sickingmühler Straße 99, Marl, Tel. 02365/65055.

Träger des Orchesters sind neben dem Land NRW die Städte Gelsenkirchen und Recklinghausen sowie der Kreis Unna. Generalmusikdirektor der Neuen Philharmonie Westfalen war von 1997 bis August 2007 der österreichische Dirigent Johannes Wildner. Im Sommer 2007 ist ihm der Mecklenburger Heiko Mathias Förster nachgefolgt, der zuvor die Brandenburger-und die Münchner Symphoniker leitete.

Das Orchester ist einer der größten Klangkörper der Region und bewältigt nahezu 300 Veranstaltungen im In-und Ausland pro Saison. Neben der Bespielung des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen und Sinfoniekonzerten im gesamten Ruhrgebiet nimmt die Arbeit für Kinder und Jugendliche großen Raum in der gestalterischen Tätigkeit des Orchesters ein: Nicht zuletzt dank privater Sponsoren und der unermüdlichen Arbeit des Fördervereines ist es gemeinsam mit einsatzfreudigen Lehrern und Eltern gelungen, viele Kinder und Jugendliche in den Schulen anzusprechen und so für die Musik zu gewinnen.

Repertoiretechnisch ist das mit 128 Musikerinnen und Musikern besetzte Orchester im Stande, die gesamte Palette der Orchesterliteratur vom Barock bis hin zur Moderne abzudecken. Sinfonische Glanzpunkte der bisherigen Orchestergeschichte waren die Aufführungen des Gesamtwerkes von Ludwig van Beethoven sowie die zyklischen Aufführungen der Werke von Anton Bruckner, Gustav Mahler und Richard Strauss.

Im Herbst 2000 hatte das Orchester sein erstes außereuropäisches Debüt; die Neue Philharmonie Westfalen folgte einer Einladung zum „Beijing-Festival“ in Chinas Hauptstadt Peking. Dort wurden neben Konzerten mit Werken von Brahms und Mozart die „Seven Gates of Jerusalem“ von Krzysztof Penderecki unter der Leitung des Komponisten aufgeführt. Schönbergs „Gurrelieder“, Verdis „Aida“ und Bizets „Carmen“ in der ausverkauften Arena AufSchalke waren spektakuläre und nicht alltägliche Inszenierungen dieser Werke.

Herausragende Projekte auf Tonträger zu verewigen, gehört ebenfalls zur Philosophie des größten der drei Landesorchester in NRW. Unter der Leitung von Johannes Wildner wurden CDs mit Werken von Anton Bruckner, Richard Strauss, Johannes Brahms und Max Bruch veröffentlicht, gefolgt von einer neuen Einspielung der 1. Sinfonie von Gustav Mahler unter der Leitung von Heiko Mathias Förster sowie einer CD mit Werken der Strauß-Familie.

In der jüngeren Vergangenheit ist es dem Orchester gelungen, sich weit über die Grenzen des Ruhrgebietes hinaus einen Namen zu machen: Zu Beginn der Saison 2005/2006 standen zwei Konzerte mit der russischen Starsopranistin Anna Netrebko in Hannover und Mannheim auf dem Spielplan, mit denen sich die Neue Philharmonie Westfalen auch überregional bei Presse und Zuhörerschaft profilieren konnte.

Daneben war das Landesorchester zu Gast im Weltkulturerbe Speyerer Dom, in der Kölner Philharmonie, in der Glocke Bremen, im „Franziskaner“ in Villingen, im Teatro Dante Alighieri Ravenna, im Teatro Communale di Modena, in der Tonhalle Zürich und der KölnArena mit der umjubelten Aufführung der „Lord of the Rings“-Sinfonie.

In der zweiten Jahreshälfte 2007 begleitete das Ensemble aus dem nördlichen Ruhrgebiet eine Operettengala unter der Leitung von Heiko Mathias Förster mit Angelika Kirchschlager und Simon Keenlyside in den vier deutschen Millionenstädten München, Berlin, Köln und Hamburg. Im Dezember des Jahres 2007 folgte die Neue Philharmonie Westfalen einer Einladung in die Philharmonie Berlin, um gemeinsam mit der italienischen Starsopranistin Lucia Aliberti aufzutreten. Unter GMD Heiko Mathias Förster gastierte das Orchester im Frühjahr 2008 in der Tonhalle Zürich sowie dem Musical Theater Basel mit einem der international beliebten Strauß-Programme.

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