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Es war wie eine Hinrichtung – Elf Jahre Haft

Dorsten (eib). Elf Jahre Haft wegen Totschlages im Affekt. So lautet das Urteil des Bochumer Schwurgerichts für einen 57-jährigen Dorstener, der am 29. September 2007 seine (Noch-)Ehefrau auf offener Straße in Herne mit einer umgebauten Dekorationswaffe erschossen hatte.

Die 49-Jährige hatte sich nach 15-jähriger Ehe von ihrem Mann trennen wollen und war bereits mit den gemeinsamen Zwillingen (6 Jahre) auf der Suche nach einer neuen Wohnung in ihrer früheren Heimatstadt Herne. Die Ankündigung traf den seit kurzem arbeitslosen Kleinunternehmer offenbar wie ein Blitz.

Am Tattag verließ die Frau gerade die Wohnung ihres Bruders, als sie entdeckte, wie der Gatte das gemeinsame Auto manipulierte, um sie am Wegfahren zu hindern. Als seine Frau auf ihn zukam, gab der Dorstener drei Schüsse ab. Zwei trafen den Hals und den Bauch der Frau. Sie versuchte noch, sich an der Dachkante des Autos festzuhalten, brach dann aber auf dem Gehweg zusammen. Der Dorstener schoss noch einmal mit gestrecktem Arm aus einem Meter Entfernung. Es sei wie eine Hinrichtung gewesen, meinte das Gericht. Eineinhalb Stunden später verstarb die Frau im Krankenhaus.

Der Täter flüchtete mit seinem Wagen über die A43 in Richtung Münster. Am Ende des Tages entdeckte ihn die Polizei auf dem Rastplatz Münsterland-Ost und nahm ihn fest.

Das Gericht hielt den Dorstener für „roh, gefühllos und selbstgerecht“. Seine Tat komme einer Hinrichtung gleich.

Die Zwillinge leben in einer Pflegefamilie.

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