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Der Storch tut nix

Im Hervester Bruch stolziert ein Adebar. Doch ist es „unser Werner“?

Dorsten/Vest. „Werner ist da!“, jubelten die Störche-Gucker in der letzten Woche. Doch das zweite Hinsehen macht die Naturfreunde stutzig: Der Storch ist viel zu früh aus seinem Winterquartier zurück, er baut sein angestammtes Nest im Hervester Bruch nicht aus und er sieht nicht einmal so aus wie „Werner“. Wer ist der Storch?

Die Beine sind dünn, der Schnabel zierlich und die Federn eher gelblich als weiß. Das kann nicht der Vogel sein, dem die Dorstener den Namen „Werner“ gegeben haben. Das mit dem Gefieder sei nichts Ungewöhnliches, sagen die Fachleute und vielleicht war er im Winter ja auf Diät.

Aber wieso ist der Storch deutlich früher da als in den anderen Jahren? Ist es vielleicht ein Zugvogel aus Norddeutschland, der hier nur Zwischenstation macht? Oder ist es einer der „Futterstörche“, die auf Prickingshof in Haltern-Sythen so gut versorgt werden, dass sie gar keine Reise in den Süden antreten?

Gut möglich, dass es gar nicht „Werner“ ist, den die Storch-Fans letzte Woche landen sahen. Werner Kottmann, Chef der Biostation in Lembeck, hat gute Gründe für seinen Zweifel: Er wäre der erste Wandervogel weit und breit. Und er fängt nicht damit an, das Nest für seine „Luise“ herzurichten. „Der steht nur im Nest und tut nix“, wundern sich Beobachter.

Weil „Werner“ keinen Ring hat, ist der Storch auch nicht zu bestimmen. Doch dass er „Werner“ möglicherweise verdrängen könnte, das halten die Werner-Freunde für unmöglich. Ihren Storch kennen sie als aggressiv und rabiat, der keinen Mitbewerber im Revier duldet.

Das Warten auf den „echten“ Werner und seine Luise geht weiter.

Wer ist der fremde Vogel im Hervester Bruch, fragen sich die Storch-Fans. Foto: Bludau

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