
Bild: Unbrauchbar: Die ehemalige Franz-Knauschner-Hauptschule (unten links) und das leerstehende Hallenbad (darüber), hier auf einer Postkarte von 1965.
Marl. Heimlich gilt es als eines der wichtigsten Marler Stadtgebiete der Zukunft. Doch offiziell traut sich keiner ans Gelände, auf dem heute (noch immer) ein Schulkomplex und das Hallenbad stehen. Beides leer und bereit zum Abriss. Doch die Kosten sind zu hoch. Jetzt werden die Entwicklungschancen im Rathaus noch einmal geprüft: „City-Nord“ heißt das Projekt.
Die ehemalige Franz-Knauschner-Hauptschule war zuletzt in Teilen als Auslagerung für einen Kindergarten genutzt worden. Jetzt dachte die Verwaltung daran, die nicht mehr sanierungsfähige Schullandschaft abzureißen und für zwei Millionen Euro einen neuen Kindergarten zu bauen. Die Idee hat noch nicht den Weg in die Öffentlichkeit gefunden, da wird sie schon wieder in Frage gestellt: Gibt es vielleicht einen besseren Standort?
Nebenan liegt das 2001 geschlossene Hallenbad. Die CDU brachte nun die Überlegung aus dem Rathaus in die Öffentlichkeit, die Halle als Ausweichquartier für das Skulpturenmuseum zu nutzen. Vor Jahren war ein Erweiterungsbau am Rathaus im Gespräch, scheiterte aber an den explodierenden Kosten. Der Bürgermeister mokierte sich über den Vorstoß der CDU: Sie habe nicht gesagt, woher denn die Fördergelder kommen sollen, wenn das Hallenbad zur Kunsthalle werde. Die Bürgerunion machte sich bereits Sorge um Heizung und Energie. Der Gedanke könne nur umgesetzt werden, wenn Sponsoren aus der Privatwirtschaft kommen.
Im Sommer 2011 hatte der Marler Investor Hubert Schulte-Kemper eine Idee vorgelegt, die er „Quartier am Grimme-Platz“ überschrieb. Wohnungen, Handwerk und Dienstleistungen (200 Einheiten) könnten hier entstehen. Die Frage war nur noch, zu welchem Preis sich die Stadt von diesem „Filetstück“ trennen würden. Schließlich würden allein die Abrisskosten für das Bad auf über eine Million Euro geschätzt.
Bürgermeister Werner Arndt sieht Entwicklungschancen, vielleicht gebe es ja noch andere Ideen für das Gelände. Er regt einen städtebaulichen Wettbewerb an.

