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Von Doppel-Gymnasium bleibt nur Doppel-Name

Marl (eib). Rein rechnerisch ist die Sache eindeutig: Das Schulangebot an der Hagenstraße kann nicht länger als Doppel-Gymnasium fortgesetzt werden. Doch dahinter stecken zwei unterschiedliche Ursprünge, zwei Konzepte. Und bislang steckte dahinter auch der Wille, beide Schulen als Einzeleinrichtungen zu erhalten.

In dieser Woche ging Schuldezernentin Dr. Barbara Duka in die Öffentlichkeit und gab die Vereinigung unter dem bestehenden Namen ASG/GSG (Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasium) bekannt. Zu laut waren die Befürchtungen geworden, das ASG werde verschwinden.

Tatsächlich wird schon seit einem Jahr hinter den Kulissen an dem Thema gearbeitet. Zu offensichtlich war die Schieflage in den Schülerzahlen: Das ASG stand immer besser da und in den nächsten Jahren werden 90 Neu-Gymnasiasten fehlen – was einer dreizügigen Schule entspricht.

GSG-Schulleiterin Katrin Gutjahr, die im vergangenen Jahr 60 Jahre alt wurde und die Altersteilzeit anstrebt, sorgte sich um die Zukunft „ihrer“ Schule. Insbesondere, seit Klaus Koch, der Leiter des ASG, mit der starken Betonung auf dem naturwissenschaftlichen Aspekt immer größere Resonanz fand. Da war schon abzusehen, dass es auf eine Fusion hinausläuft. Eine „Europa-Schule“ konnte sie sich vorstellen, mit den beiden Zweigen Naturwissenschaft und Sprachen. Womit der Ursprung zumindest erhalten bliebe.

Das ASG hat seinen Ursprung in der 1938 gegründeten Oberschule für Jungen, 1959 kam Albert Schweitzer persönlich zur Namensgebung vorbei. Das GSG hatten 1924 als Rektoriatsschule für Marl begonnen und wurde 1965 umbenannt. Beide Schulen zogen Mitte der 50er Jahre in den Neubau an der Hagenstraße, betonten ihre eigenen Profile und bieten inzwischen eine gemeinsame Oberstufe an.

In den 90er Jahren wehrte sich die Stadt vehement und erfolgreich gegen den Druck der Bezirksregierung, die Schulen zusammen zu legen. Jetzt beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten und Politikern mit der Zukunfts-Frage und kam zu einem Ergebnis: Die Schulen müssen frühestens zum Schuljahr 2010/11 „zusammengeführt“ werden. Und weil die Politik das noch nicht öffentlich kommentieren konnte, formulierte die Schuldezernentin: Die Überlegungen seien „durchaus konkret, aber noch keineswegs abgeschlossen“. Immerhin hat die Bezirksregierung das schon befürwortet, das dritte Gymnasium (Willy-Brandt) ist einbezogen und die Ratsfraktionen haben das (nichtöffentlich) akzeptiert.

Formal heißt das: Beide Schulen werden aufgelöst und anschließend wird ein neues Gymnasium gegründet. Der Name ist für die Verwaltung schon klar: ASG/GSG.

Der Schulausschuss soll das bereits auf seiner nächsten Sitzung behandeln, der Rat den Punkt am 26. März endgültig entscheiden.

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