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Von städtischer Mülldeponie zur „Oase der Ruhe“

FOTO: Kübber
Haltern (rk). Zunächst wurde das Parkgelände als städtische Mülldeponie genutzt. „Ich weiß noch, dass das damals ganz schlimm aussah. Die Leute haben da Dreck und Schutt nach den Bombennächten im Frühjahr 1945 abgeladen“, erinnert sich Franz-Josef Kalfhues, Schriftführer des Heimatvereins Haltern. Dann wurde 1949 auf dem Gelände das erste Heimatfest durchgeführt. Damals wurde ein großes Zelt aufgebaut. Da alles voller Matsch war, mussten dort zum Tanzen Bretter ausgelegt werden.

Doch dann wurde der ehemalige Ascheplatz, der zeitweise Adolf-Hitler-Platz hieß, ab den 50er Jahren nach und nach zu einem ansehnlichen Park ausgebaut, so schließlich zum Kardinal-von-Galen-Platz, benannt nach dem katholischen Widerstandskämpfer zur Zeit des Nationalsozialismus, dem Münsteraner Kardinal Clemens August Graf von Galen.

„Der Stadtgärtner Harry Büscher hat sich dann intensiv darum gekümmert, dass aus dem Park was wurde“, erinnert sich Kalfhues. Hier fanden dann auch zunächst die jährlichen Krammärkte statt.

Kulturreferent Georg Nockemann konnte dem Sonntagsblatt ebenfalls noch Einzelheiten zum heutigen Kardinal-von-Galen-Park sagen: „Als eine Art Ascheplatz wurde er in den 20er Jahren angelegt, davor war Wildwuchs. Dann wurden um den Platz herum repräsentative Bauten errichtet, unter anderem Post, Sparkassengebäude und das Amtsgebäude.“

Teilweise hätten dort auch Mammutbäume und Weiden gestanden, die zum Teil wieder verschwunden sind. Der Brunnenbau im Park erfolgte in den 70er Jahren, in den 80ern wurde als Geschenk von der englischen Partnerstadt eine Eiche gepflanzt und 1990 pflanzte der damalige Bürgermeister Hermann Wessel zum Tag der deutschen Einheit ebenfalls eine Eiche.

Im Jahr zuvor, 1989, erhielt der Park im Jahre des 700-jährigen Stadtjubiläums mehrere kleine Kunstwerke, wie Nockemann weiter mitteilte, so „Ausblickende“ (von Roswitha Zimmerle), „Landschaft“ (Maria Krause), „Gaudete“ Johannes Dröge (Freuet euch) und „Tor“ (Susanne Tunn).

Doch das größte Geschenk war dann das lebensgroße Kardinal-von-Galen-Denkmal. Hierzu Kalfhues: „Gelsenwasser wollte der Stadt zum Jubiläum ein Geschenk machen und fragte, was man schenken könnte. Daraufhin hat der Heimatverein vorgeschlagen, den Kardinal von Galen in Lebensgröße in dem Park aufzustellen. Das fand breite Akzeptanz.“

Rund 100.000 DM habe das Denkmal damals gekostet. Vor zwei Jahren wurde eine Widmungsplatte zur Seligsprechung von Galens vor dem Denkmal im Boden eingelassen. Die letzte Aktion in der „Oase der Ruhe und Erholung“ – so ein Werbeslogan für den innerstädtischen Park – erfolgte im August 2008. Ebenfalls auf Veranlassung des Heimatvereins erhielt das Kardinal-von-Galen-Denkmal eine Beleuchtung.

Zwischenzeitlich fand auch noch der „Varus“ von Wilfried Koch seinen Platz in dem Park, aufgestellt am 20. September 2003 als Geschenk der Masthoff-Stiftung.

Heute dient der Kardinal-von-Galen-Platz nicht nur den Menschen in Haltern als Erholungs-und Verweilstätte, sondern hier finden auch regelmäßige Veranstaltungen statt: das Heimatfest, der Automarkt und alle drei Jahre eine Rockveranstaltung vom Kulturboitel.

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