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Steht die Evangelische Akademie vor dem Aus?

Recklinghausen (mc). Am 14. Mai steht beim Verein Evangelischen Akademie Recklinghausen die Mitgliederversammlung an. Als ersten Tagesordnungspunkt ist die Neuwahl des Vorstands vorgesehen. Und das ist ein wunder Punkt, denn der amtierende Vorsitzende Peter R. Seeber hat unmissverständlich klar gestellt: „Ich stehe für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung.“ Und sein Stellvertreter Peter Borggraefe steht zwar weiterhin für das Amt des Stellvertreters parat, will aber nicht den Vorsitz übernehmen. Damit hat der Verein ein ernsthaftes Problem. Seit 1973 hat Seeber mit einer Pause von vier Jahren den Vorsitz inne. „Ich bin mächtig stolz auf das Geleistete. Es gibt kaum eine Organisation in Deutschland, die solch ein Programm auf die Beine gestellt hat. Aber: Ich kann mir vorstellen, dass ich leben kann, ohne jeden Tag für die Akademie zu arbeiten“, erklärt der 70-Jährige, der schon vor zwei Jahren über das Aufhören nachgedacht hat. „Ich bin dankbar für die Jahre, aber es muss auch mal Schluss sein.“ Für den Pfarrer im Ruhestand waren die Begegnungen mit den Menschen das „Salz in der Suppe“. Wenn er von seinen Erlebnissen mit der brandenburgischen Familienministerin „Mutter Courage des Ostens“ Regine Hildebrandt, Eugen Drewermann oder Henning Scherf berichtet, lässt er keinen Zweifel daran, dass ihm diese Kontakte Spaß gemacht haben. Bei den verschiedenen Begegnungen musste Seeber auch immer wieder sein Organisationstalent unter Beweis stellen. Etwa wenn ein Referent auch noch nach Wesel und fast zeitgleich in eine katholische Gemeinde eingeladen wurde. Aber für jedes Problem fand Seeber eine Lösung.

„Ein neuer Vorsitzender hat alle Freiheit, alles anders zu machen“, grinst der Noch-Amtsinhaber. Nur telefonieren sollte er können, denn die meisten Kontakte hat Seeber über das Telefon hergestellt.

Sollte es am 14. Mai keinen Nachfolger geben, steht nur noch ein Tagesordnungspunkt auf der Liste: „Auflösung des Vereins“.

Beim evangelischen Kirchenkreis laufen zur Zeit Beratungen, um dieses zu verhindern. Eine Lösung ist aber noch nicht in Sicht.

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