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Ruhrgebiets-Wahrzeichen eine Fehlkonstruktion?

Herten (om). Rund 20 Millionen Euro hat der Rgionalverband Ruhr (RVR) in seinen Landschatfspark Emscherbruch mittlerweile gesteckt, inklusive der Sonnenuhr und dem Himmelsobservatorium auf der Halde Hoheward. Letzteres war erst im November eröffnet worden – und hat sich schnell zu einem weit sichtbaren Wahrzeichen des Ruhrgebiets gemausert. Doch jetzt musste die Anlage gesperrt werden: Eine Schweißnaht am 90 Meter langen Äquatorialbogen ist in der kalten Nacht auf den Dienstag geplatzt, an der Verbindungsstelle der beiden Bögen. Eine Fehlkonstruktion?

Diesen Verdacht äußerte eine erfahrener Metallbauer gegenüber dem Sonntagsblatt. Die Rohrbögen seien bei Wind ständig in leichter Bewegung und der Verbindungspunkt der beiden „Rohre“ muss die höchste Belastung aufnehmen. „Andererseits waren da aber genügend Statiker am Werk“, schränkt der Experte ein. Dass die Münchner Baufirma „Maurer Söhne“ Pfusch abgeliefert hat, glaubt er nicht, „die haben einen guten Namen, machen auch Achterbahnen und andere spektakuläre Bauten“.

Auf keinen Fall, versicherte der erfahrene Metallbauer, könne die Kälte schuld an dem Riss sein, wie zuerst vermutet. Die Schweißnähte wurden alle von der Schweißtechnischen Lehr-und Versuchsanstalt Duisburg überprüft, erklärte der RVR. „Alles sollte wesentlich härteren äußeren Bedingungen standhalten können.” Auch jetzt wieder untersucht die Versuchsanstalt den Riss und Proben der Schweißnaht. „Ich denke, nächste Woche gibt es ein Ergebnis“, meldete RVR-Pressesprecherin Barbara Klask. „Dann kann es einen Vorschlag geben, wie das zu beheben ist.“

Bis dahin wird der Äquatorialbogen mit einem Kran gestützt, der vorgestern und gestern durch eine stabile Stütze ersetzt wurde. Per Flatterband wurde der gesamte Bereich unter den Bögen abgesperrt, ein Sicherheitsdienst wacht Tag und Nacht darüber, dass kein Unbefugter den Bereich betritt. Allerdings würde der Bogen wohl selbst dann nicht zu Boden stürzen, wenn der Riss komplett durch das Rohr gehe, meinen RVR-Experten. Das Fundament sei so stabil, dass er sich nur unter der Last verbiegen würde. Die Kosten machen dem RVR keine Sorgen, schließlich handele es sich um einen Garantiefall.

Am Dienstag Morgen hatte ein Spaziergänger den Riss in etwa 20 Metern Höhe entdeckt und die Stadt Herten per E-Mail samt einem Foto informiert. Seitdem ist der Bereich rund um das Observatorium gesperrt. Und das wird so bleiben, bis der Schaden repariert werden kann – aber dazu muss erst die Ursache bekannt sein.

Die Bergehalde Hoheward lockt neben zahlreichen Mountainbikern durch die Horizontal-Sonnenuhr und das Horiziont-Observatorum viele Besucher an. Das Observatorium besteht aus einer runden Ebene mit einem Durchmesser von 80 Metern und zwei großen Bögen von 43 Metern und 45 Metern Radius, welche diese Ebene überspannen. Damit bildet die Ebene einen perfekten mathematischen Horizont für in der Mitte postierte Beobachter.

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