Marl (eib). Die Meinungen über den Bau-Beigeordneten Wolfgang Seckler gehen weit auseinander: Nur Bürgermeisterin Uta Heinrich unterstützt in dieser Woche im Rat ihren eigenen Antrag, die Ernennung Secklers zum Beigeordneten zurück zu nehmen. Die Mehrheit war dagegen, einige enthielten sich.
Die Bürgermeisterin hatte sich seit Wochen für ihre Forderung stark gemacht (das Sonntagsblatt berichtete), Gutachten eingeholt und ihre Argumente auf 93 Seiten zusammengetragen: Seckler habe bei der Einstellung verschwiegen, dass seine wirtschaftlichen Verhältnisse nicht geordnet seien. Der sah sich damals noch Forderungen von mehreren Millionen Euro (aus privaten Investitionen) ausgesetzt, die er mittlerweile aber mit 50.000 Euro aus der Welt schaffen konnte.
Die Bürgermeisterin kündigte noch in der Ratssitzung an, sie werde den Beschluss beanstanden, der Rat muss sich Anfang 2009 erneut mit dem Thema befassen.
Beobachter gehen davon aus, dass die Bürgermeisterin den Bau-Beigeordneten vom Dienst suspendieren wird (er erhält seine Bezüge dann weiter). Dagegen werde er nicht gerichtlich vorgehen, ließ Seckler durchblicken.
Die SPD stellte sich in einer Stellungnahme zwar ausdrücklich hinter Seckler, hielt sich aber eine Hintertür offen: sollte tatsächlich ein Dienstvergehen festgestellt werden, „so müsse selbstverständlich die Bürgermeisterin gemeinsam mit der Kommunalaufsicht handeln“.
Wegen der Brisanz des Themas hatte der Rat sogar seine Tagesordnung umgestellt und den nichtöffentlichen Punkt ganz nach vorne gezogen. Nach einer halben Stunde war die Entscheidung gefallen.

