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Auch Stress kann Schuppenflechte auslösen

(Red.) Menschen mit Schuppenflechte müssen ein Leben lang mit dem unliebsamen Begleiter zurechtkommen. Hierzulande leiden etwa zwei Millionen Menschen an einer Psoriasis. Anlässlich des Welt-Psoriasis-Tags konnten sich Betroffene bei unserem Expertentelefon Rat zum Umgang mit der Krankheit holen. Für alle, die nicht persönlich mit einem der Experten sprechen konnten, an dieser Stelle die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was sind erste Anzeichen der Schuppenflechte?

Die Schuppenflechte tritt meist in Form scharf begrenzter, erhabener Herde auf. Die Haut ist gerötet, juckt oftmals und ist mit silberweißen Schuppen bedeckt. Diese werden auch Plaques genannt und finden sich oft an den Ellenbogen, Knien oder dem behaarten Kopf. Es gibt aber auch seltenere Formen der Psoriasis. Bei unklaren Hautveränderungen sollte daher schnell ein Hautarzt aufgesucht werden, der die Diagnose stellen kann.

Ist Schuppenflechte ansteckend?

Nein, die Psoriasis ist nicht ansteckend. Es besteht keinerlei Gefährdung gesunder Menschen beim Kontakt mit einem Psoriatiker.

Ich hatte in letzter Zeit sehr viel Stress und habe jetzt eine Schuppenflechte am Ellenbogen bekommen. Kann das zusammenhängen?

Bei entsprechender genetischer Veranlagung kann Stress ein Auslöser für die Schuppenflechte sein. Es muss aber immer beides zusammenkommen: die ererbte Anlage und ein Auslöser, der so genannte Trigger. Was genau die Schuppenflechte konkret ausgelöst hat, lässt sich nie mit Sicherheit sagen. Wir vermuten aber heute, dass die häufigsten Trigger bakterielle Infektionen, Stress, äußere Verletzungen und Druckstellen, Alkohol, Medikamente, Stoffwechselstörungen und hormonelle Faktoren sind. Bei bestehender Schuppenflechte kann übrigens Stress die Symptome verschlimmern.

Mein Vater leidet an Psoriasis. Bedeutet das, dass ich früher oder später auch daran erkranken werde?

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die entsprechende Veranlagung von Ihrem Vater geerbt haben, liegt bei etwa 25 Prozent. Ob die Erkrankung jedoch tatsächlich ausbricht, ist damit nicht gesagt. Hinzukommen müssten noch bestimmte äußere Faktoren, die so genannten Trigger.

Ist Psoriasis heilbar?

Nein, die Schuppenflechte ist eine chronische Krankheit, die den Patienten ein Leben lang begleitet. Typisch für die Erkrankung ist, dass sie in Schüben auftritt, zwischen denen Zeiten ganz ohne Symptome liegen können.

Wie wird die Schuppenflechte behandelt?

Die Behandlung der Schuppenflechte steht heute auf drei Säulen: der äußerlichen Behandlung mit Salben, Cremes, Gels und Lotionen, der Licht-und Bädertherapie und der innerlichen Behandlung mit Medikamenten. In der äußerlichen Behandlung sind Kombinationspräparate wie zum Beispiel Daivobet heute Mittel der Wahl, da sie am wirksamsten sind. Wichtig für den Behandlungserfolg sind die frühe und richtige Diagnose sowie eine individuell auf Erscheinungsform und Schwere der Schuppenflechte abgestimmte Therapie.

Was ist der Vorteil von Kombinationspräparaten in der Therapie von Psoriasis?

Für den Behandlungserfolg ist es wichtig, dass die unterschiedlichen krankhaften Prozesse der Psoriasis gleichzeitig behandelt werden: die Schuppenbildung und die örtliche Entzündung der betroffenen Hautbereiche. Der klinische Alltag hat gezeigt, dass bei Gabe eines Kombinationspräparats die Schuppenflechte schneller abheilt als bei getrennter Gabe der Wirkstoffe. Zudem erleichtern Kombinationspräparate den Therapiealltag der Patienten. Anstatt mehrmals täglich müssen sie sich meist nur noch ein Mal am Tag eincremen. Patienten halten die Therapie so besser und länger durch.

Werden die Krankenkassen bei der Therapie der Psoriasis solche Kombinationspräparate bald nicht mehr erstatten?

Ja, eine solche Regelung ist in der Diskussion. Die Folgen für den Patienten wären jedoch gravierend. Er müsste seine Erkrankung dann mit zwei getrennten Mitteln behandeln, was nachweislich den Therapieerfolg mindert und umständlicher ist – oder die Kosten für das Kombinationspräparat selbst tragen. Das letzte Wort ist hier aber zum Glück noch nicht gesprochen.

Mein Sohn hat seit kurzem zwei klar abgegrenzte, gerötete und schuppige Stellen im Gesicht. Können bereits Kinder an einer Schuppenflechte erkranken?

Ja, die Psoriasis kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten, auch wenn sie sich meistens in der Pubertät oder im Alter zwischen 40 und 50 Jahren das erste Mal bemerkbar macht. Bei Kindern tritt die Schuppenflechte etwa doppelt so häufig im Gesicht auf wie bei Erwachsenen. Sie sollten mit Ihrem Sohn unbedingt einen Hautarzt aufsuchen, der feststellen kann, ob es sich bei den entzündeten Stellen um eine Psoriasis handelt.

Kann ich auch während der Schwangerschaft meine Schuppenflechte medikamentös behandeln?

Die meisten Mittel mit Harnstoff oder Kortison zur äußerlichen Behandlung der Schuppenflechte sind auch während der Schwangerschaft unbedenklich. Auch Bäder und Bestrahlungen sind geeignete Therapien für Schwangere. Während der letzten drei Schwangerschaftsmonate sollten keine salicylhaltigen Mittel angewendet werden, da diese vorzeitige Wehen auslösen können. Auch von Teerpräparaten ist abzuraten. Auf keinen Fall dürfen Medikamente, die direkt auf die Prozesse des Immunsystems wirken, eingenommen werden.

Was passiert in der Haut während eines Krankheitsschubs?

Auslöser der Hautveränderungen ist ein falscher Alarm: Zellen der Oberhaut melden dem Immunsystem schädliche Eindringlinge, das daraufhin so genannte T-Zellen zum vermeintlichen Ort des Geschehens schickt, um diese zu vernichten. Doch da es gar keine Eindringlinge gibt, wird stattdessen die gesunde Haut bekämpft, die mit einer Entzündung reagiert. In der Folge werden vermehrt neue Hautzellen gebildet, die innerhalb von vier bis fünf Tagen an die Hautoberfläche wandern – beim gesunden Menschen brauchen sie dazu einen Monat. Durch die beschleunigte Zellbildung verdickt sich die Haut und es entsteht eine Hornschicht.

Was kann ich neben der medikamentösen Therapie für eine gesunde Haut tun?

Kurz gesagt: Eine stressfreie Lebensweise mit gesunder Ernährung und nur mäßigem Alkoholgenuss kann sich positiv auf die Schuppenflechte auswirken. Auch die richtige Hautpflege zwischen den Schüben macht die Haut weniger anfällig für erneute Ausbrüche der Schuppenflechte.

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