Dorsten. Der Vorsitzende der Jungsozialisten (Jusos), Julian Fragemann, greift Bürgermeister Lütkenhorst jetzt scharf an und warnt vor dessen Wiederwahl im nächsten Jahr. Insbesondere im Bereich der Jugendpolitik sei dem Bürgermeister jahrelange Untätigkeit vorzuwerfen, so der Juso-Chef, der auf Schließungen von Jugendhäusern und fehlende Unterstützung durch die Stadtspitze bei der Initiative gegen die Kürzung von Mitteln bei der Jugendarbeit in den letzten Jahren hinweist.
„Herr Lütkenhorst ist ein Sozialschauspieler, der immer da auftaucht, wo er eine Bühne hat“, kritisiert Fragemann. Diese „Bühne“ könne in der Jugendarbeit leider nicht immer geboten werden, daher wohl das fehlende Engagement in diesem Bereich durch den Bürgermeister. „Ich empfehle jedem, einmal in die Stadtteile Hervest oder Holsterhausen zu gehen und sich dort bei Jugendlichen nach Unterstützung durch Bürgermeister Lütkenhorst zu erkundigen. Da wird schnell eins klar: Fehlanzeige!“
Und das sei, so der Vorsitzende der SPD-Parteijugend, nur ein Beispiel von vielen. So umgebe sich Lütkenhorst zwar gerne mit finanzkräftigen Unternehmern zu den verschiedensten Gelegenheiten, versäume es aber offensichtlich, hierbei auch die Probleme der Jugend in seiner Stadt anzusprechen und um Unterstützung zu werben.
„Im letzten Jahr habe ich in einem Leserbrief bereits Dorstener Unternehmer darum gebeten, bei der Neugestaltung, Umgestaltung und Verpachtung von Gebäuden im Stadtgebiet auch die Interessen der Jugend zu beachten: Stichwort Jugendgastronomie“, so Fragemann. Unterstützung vom Bürgermeister sei auch in dieser Sache nicht gekommen.
Diese Verhaltensweise des Bürgermeisters und seiner „ihm hörigen Verwaltung“ sei auch in den letzten Tagen wieder zu beobachten gewesen, „als man den Pächtern des Cancun-Clubs in der Altstadt von Verwaltungsseite Knüppel zwischen die Beine geworfen hat“.
Die Jusos wollen in den kommenden Wochen und Monaten vor den Kommunalwahlen 2009 verstärkt die Jugendlichen auf ihr Wahlrecht ab 18 Jahren hinweisen und vor allem Erstwähler zum Urnengang bewegen. Fragemann ist überzeugt, dass die Sozialdemokraten in Dorsten in der Bürgermeisterfrage bald „eine kluge Entscheidung treffen“ und dann eine Alternative zum CDU-Mann bieten.

