
Marl (eib). Ein Stück Marler Stadtgeschichte soll gerettet werden: eine Maschinenhalle auf dem Gelände von AV 1/2 in Hüls. Bislang wurde sie nur gelegentlich als Veranstaltungsort genutzt, doch wenn kein Konzept (und kein Geld) da ist, dann wird sie eines Tages abgerissen und für eine Gewerbefläche frei gemacht.
Manfred Degen, stellvertretender Vorsitzender des Knappenvereins, hatte Helfer und (mögliche) Nutzer zu einem ersten Treffen eingeladen, bei dem sehr schnell deutlich wurde: Geld ist nicht in Aussicht. Weder die MGG (Montan-Grundstücks-Gesellschaft, die die Ruhrkohle-Flächen vermarktet) noch die Stadt Marl und das Land geben finanzielle Hilfe. Die Stadt hat keines, das Land unterstützt das Vorzeige-Projekt Zollverein (Essen). Viel privates Engagement ist bereits nach Drewer geflossen, wo die Erzschachtfreunde den Schacht 4/5 zu einem heimatlichen Museum und einen Veranstaltungsort hergerichtet haben. Jetzt in Hüls soll es um Steinkohle gehen.
Ob eine gastronomische Nutzung sich trägt, war unter den drei Dutzend Teilnehmern zweifelhaft. Denkbare wären Ausstellungen: die VHS will als erstes eine zum Thema Zuwanderung machen. Vielleicht könnte AV ihre Exponate zur damaligen 100-Jahr-Feier bereitstellen. „Viele Bergleute sind auch Sammler“, meinte Manfred Degen – in der Hoffnung, im Privatbesitz könnte sich noch so manch Zeigenswertes finden.
In zwei Monaten will man sich wieder treffen, erst einmal will man das Jahr 2010 anvisieren, um sich am Thema „Kulturhauptstadt“ zu beteiligen. 2014/15 könnte die Entscheidung fallen, welches Gebäudeteil endgültig abgerissen wird – oder als Denkmal erhalten bleibt. Die Stadt will sich bemühen, die beiden Fördergerüste stehen bereits auf der Denkmalliste.

