Recklinghausen (eib). Die Vestische Arbeit und ihr ehemaliger Geschäftsführer Ulrich Lammers seien verantwortlich für den 1-Euro-Skandal am Seniorenzentrum Grullbad. Das betont die Linke Gruppe im Kreistag und beschäftigt sich ausführlich mit der Stellungnahme der Rechtsanwälte von Ulrich Lammers.
Detlev Beyer-Peters, Sprecher der Linken sieht „fehlendes Unrechtsbewusstsein“ und Ablenkungsversuche, indem man die Linken für den Niedergang Lammers verantwortlich mache. Dass die Beschuldigten Ursache und Wirkung verwechselten, „verwundert dann schon nicht mehr“. Es sei „jämmerlich“, wenn der Verteidiger auf die 27 anderen Arge-Leiter in NRW zeige und argumentiere, er habe das Kriterium „zusätzliche Tätigkeit“ falsch ausgelegt. Das Mittel des 1-Euro-Jobs sei im wirtschaftlichen Interesse der Stadt Recklinghausen und der Seniorenzentrum Grullbad gGmbH missbraucht worden.
Die Linken zeigen noch einmal die Vorwürfe auf, die Reaktionen der Beteiligten und den Weg, über den die Verantwortung immer weiter gereicht wurde – bis letztlich zum Heimleiter, der erklärte: „Herr Lammers hat mit der Umsetzung des Projektes in unserem Hause überhaupt nichts zu tun.“ Der Heimleiter geht bald in Rente.
Die politische Verantwortung liege beim Bürgermeister der Stadt Recklinghausen Wolfgang Pantförder, so Beyer-Peters, dem Sozialdezernenten Georg Möllers und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates des Seniorenzentrums, Johann Beckmann. „Sie haben der Stadt Recklinghausen und ihrem Seniorenzentrum schweren Schaden zugefügt“, aus dem diese Personen die Konsequenzen ziehen und von ihren Funktionen zurücktreten müssten.

