FOTOS: Cornelius
Herten (mc). Der König ist tot – es lebe der König. In der Hertener Ried verfolgten hunderte Besucher auf dem Hof von Bauer Südfeld, wie Jörg Smits angetreten war, den Weltrekord im Spargelschälen zu brechen. Seit 7 Uhr morgens war der Kreiskantinenchef hochkonzentriert an der Stange. Die Schalen von 1.000 Kilogramm des Königsgemüses flogen nur so um ihn herum.
Zwei Helfer entsorgten die Schälmasse und legten neue Spargelstangen parat. Auch Ludger Südfeld hatte alle Hände voll zu tun. Bei herrlichstem Sonnenschein mussten die kostbaren Stangen immer wieder ins Eiswasser, um sich abzukühlen. „Man kann sie dann einfach besser schälen“, erklärte der Landwirt, der auf diese Weise das dreifache Gewicht hin und her getragen hatte. Elf Stunden und 22 Minuten waren zu unterbieten.

Eine Tonne Spargel macht 10.000 Stangen, die jeweils ungefähr zehn Mal geschält werden müssen. Also hatte Jörg Smits am Ende des Tages über 100.000 Mal die gleiche Bewegung ausgeführt. „Die Schmerzen möchte ich morgen nicht haben“, schmunzelte Rechtsanwalt Wolfgang Bruns, der zusammen mit seinem Kollegen Hans-Gerd Voß den Wettkampf überwachte.
Unscharfe Schäler machten Smits zusätzlich zu schaffen. Doch nach zehn Stunden und 58 Minuten sowie etwa 20 verbrauchten Spargelschälern stand fest: Der Rekord, den Helmut Zipner aus Kiel seit neun Jahren hält, ist gefallen. Neuer Stern am Spargelschälhimmel ist Kreiskantinenchef Jörg Smits.
Müde und erschöpft fanden Smits, Helfer und Organisatoren aber dennoch die Zeit, den neuen Rekord zu feiern.

