
Datteln (om). Auf dem Hauptfriedhof geht es derzeit etwas lauter zu als sonst: Das seitliche Mauerwerk der alten Trauerhalle wird abgerissen. Eine vorbereitende Maßnahmen für den Bau eines Kolumbariums (Urnenhalle), das den Dattelnern etwa ab Mitte des nächsten Jahres 180 Kammern für jeweils zwei bis drei Urnen bieten wird. „Umnutzen, nicht abreißen“ lautet die Devise.
Mit 128 Quadratmetern Bruttogeschossfläche war die alte Trauerhalle von 1955 schon vor einigen Jahren viel zu klein geworden. Eine neue musste her: Also ließ die Stadt 1972 eine größere Trauerhalle bauen, die einschließlich Büroräume und Keller eine Fläche von 1.034 Quadratmetern bietet. Die alte Trauerhalle – ohnehin renovierungsbedürftig – nutzten die Mitarbeiter des Hauptfriedhofs seitdem als Unterstand für verschiedene Geräte. Dafür wird jetzt eine einfach gehaltene Lagerhalle gebaut.
Das Kolumbarium auf dem Hauptfriedhof ist als schlichter Raum geplant, der von allen Seiten einseh-und begehbar ist. Diese bewusste Offenheit soll den Besuchern Ängste nehmen. Das Architekturbüro Pfeiffer, Ellermann, Preckel aus Lüdinghausen hat die neue Urnenhalle gestaltet.
Welche baulichen Maßnahmen sind geplant? Durch das Entfernen der Tür wird an der Vorderseite der alten Trauerhalle ein offener Durchgang geschaffen. An der gegenüberliegenden Seite wird die Mauer durchbrochen, um auch dort einen Durchgang zu schaffen. Die Dachrinnen werden gegen neue ausgetauscht, die Betonstützen überarbeitet, der Bodenbelag erneuert. Kosten: 40.000 Euro. Außerdem wird die Decke demontiert, was dazu führt, dass künftig die komplette Dachkonstruktion sichtbar ist.
Der eigentliche Bau des Kolumbariums mit Urnenkammern aus Naturstein dauert etwa ein Vierteljahr, weil verschiedene Maßnahmen miteinander koordiniert werden müssen, und kostet 95.000 Euro. „Das Geld ist gut investiert“, meint Stadtpressesprecher Dirk Lehmanski: „Bei einer Nutzungszeit von 40 Jahren rentiert sich der Bau schon, wenn lediglich sieben Urnennischen pro Jahr verkauft werden.“
Schon heute können die Dattelner Bürger ihre Angehören in einer Urne bestatten lassen, in einer Familiengruft oder auf einem Urnengrabfeld. Mit dem Kolumbarium bietet die Stadt eine neue, zusätzliche Bestattungsmöglichkeit mit einer Nutzungsdauer von 15 Jahren. Vorteil: Der oder die Hinterbliebene muss kein Grab pflegen.
„Dass der Bedarf für ein Kolumbarium vorhanden ist, zeigen die vielen Anfragen“, so Lehmanski. Und sollten die 180 Urnenkammern nicht ausreichen, können weitere 48 errichtet werden. Platz genug ist da.

