
Recklinghausen (om). Für die Einrichtung der interdisziplinären Beckenbodenklinik wurde Dr. Maria Terzaki, Chefärztin der Frauenklinik im Prosper-Hospital, jetzt der Wissenschaftspreis der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe verliehen. In der Beckenbodenklinik des Prosper-Hospitals arbeiten seit Januar 2008 Experten mehrerer Fachbereiche eng zusammen. Sie helfen den Patientinnen mit vereinten Kompetenzen, denn Beckenbodenschwäche und Inkontinenz können vielerlei Ursachen haben.
Gemeinsam mit den Chefärzten der Gynäkologie (Dr. Maria Terzaki), dem zertifizierten Darmzentrum (Dr. Eugen Berg und Oberärztin Dr. Montserrat Girona) und der Klinik für Urologie und minimalinvasiver Chirurgie, (Dr. Dirk Kusche), gründete das Prosper-Hospital das interdisziplinäre Zentrum für komplexe Störungen der Beckenbodenfunktion, wie Inkontinenz und organübergreifende Tumore.
„Zusammenarbeit der Abteilungen ist für uns nicht bloß ein Schlagwort. Wir setzen das ganz konsequent um, etwa in unseren Sprechstunden, wo immer alle drei Chefärzte gemeinsam für die Patientinnen da sind“, erklärte Terzaki. In Anerkennung ihres Einsatzes für die Beckenbodenklinik erhielt sie den Wissenschaftspreis. Gewürdigt wurde dabei vor allem das zukunftsweisende Konzept der Beckenbodenklinik mit der interdisziplinären Betreuung während des gesamten Behandlungszeitraums.
Seit ihrer Einrichtung im Januar konnte die Beckenbodenklinik bereits zahlreichen Patientinnen helfen, wie Dr. Terzaki berichtet: „Eine Patientin kam zu uns ins Prosper-Hospital und klagte über unerklärliche Unterleibsschmerzen.“ Die Frau aus Süddeutschland hatte bereits eine Odyssee hinter sich und war mehrfach operiert worden – immer ohne Erfolg.
„Als Gynäkologin konnte ich nichts feststellen, während mein Kollege schnell zu einer sicheren Diagnose kam“, berichtet Terzaki. Für den Koloproktologen Dr. Berg war sofort klar, dass die Ursache der Schmerzen im Darmbereich lagen. „Die gemeinsame Sprechstunde hat der Patientin viele weitere Arztbesuche erspart“, ist sich der Chefarzt sicher.
Das Besondere der Beckenbodenklinik am Prosper-Hospital ist die enge Zusammenarbeit und der ständige Austausch der drei Abteilungen, die üblicherweise getrennt voneinander arbeiten. Bei jeder Untersuchung sind drei Chefärzte der Fachrichtungen Koloproktologie, Gynäkologie und Urologie anwesend. Auch die Operationen – sofern notwendig – werden von den drei Chefärzten gemeinsam durchgeführt. „Besonders bei organübergreifenden Tumoren ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit unabdingbar“, wissen sie.
Ein Vorteil der Kooperation ist der gemeinsame und direkte Zugriff auf alle wichtigen Informationen. „Oftmals gehen aufschlussreiche Details bei der Überweisung von Arzt zu Arzt verloren, was eindeutige Diagnosen erschwert und eigentlich immer zum Nachteil der Patienten ist“, erklärt Dr. Terzaki. Eine Synchronuntersuchung vermeide solche Probleme und ermögliche dem Prosper-Hospital eine schnelle, sichere und qualitativ hochwertige Behandlung.
Aich die niedergelassenen Ärzte sind eng in das Konzept und die Behandlungspfade eingebunden. „Das erspart den Patienten Doppeluntersuchungen und somit auch dem Gesundheitssystem unnötige Kosten.“

