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Neuer Eigentümer greift durch: Lippetor ist dicht

Dorsten. Das Lippetorcenter hat einen neuen Eigentümer – jetzt wird alles gut? Erst einmal nicht. Denn die erste konsequente Aktion von Investor Herbert Krämer: fristlose Kündigungen, Eingänge zusperren, Telefon abklemmen. Kein Wunder, hatten doch die letzten Nutzer keine Miete mehr gezahlt. Doch so einfach ist das offenbar nicht.

Ganz oben gab es noch ein Eiscafe, ganz unten eine Reinigung und dazwischen den Billig-Textiler kik. Nur letzterer bezahlte seine Miete und hat noch einen Vertrag bis März 2011.

Während das Eiscafe gerade Betriebsferien hat, wurde Gerd Perplies, der Betreiber der Reinigung, von der fristlosen Kündigung überrascht. Keine Mahnung, keine Zahlungserinnerung, beschwert er sich. Über die Einstellung der Miete habe er sich mit dem Konkursverwalter verständigt. Das Amtsgericht Dorsten gab ihm erst einmal Recht, er bekam einen eigenen Eingang von der Rückseite.

Denn der Haupteingang bleibt zu, der Durchgang ist vergittert. Quer durchs Gebäude zur Hochstadenbrücke (über den Kanal) geht es nicht mehr. Auch nicht mehr die Rampe rauf zum Parkdeck. Die Schranke bleibt unten.

Der neue Besitzer, der das Lippetor-Center im Zuge einer Zwangsversteigerung Ende Juli erwarb, hat gute Gründe für sein Handeln: Die letzten Mieter (es wurden Schritt für Schritt weniger) zahlten nichts mehr, doch das Gebäude verursachte regelmäßig Kosten in jährlich sechsstelliger Höhe. Zum Schluss steigerte sich die Situation ins Lächerliche: Die Rolltreppe war gesperrt, doch gewartet wurde sie weiter. Und obwohl kaum noch ein Fuß das Center betrat, wurde es dennoch regelmäßig pingelig geputzt.

Ohne Rolltreppe, ohne Fahrstuhl und teils ohne Licht – da leistete auch Gerd Perplies keine Betriebskosten-Vorauszahlung mehr. Natürlich wolle er sich an den anfallenden Kosten beteiligen, lenkt er ein. Aber erst bei der Endabrechnung.

Dem neuen Besitzer waren die eigenständigen Entscheidungen der letzten Mieter zu viel. Für den „kik“-Zugang will er eine Trennwand errichten. Und dann kann er sich in Ruhe auf den Abriss vorbereiten.

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