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Bei Alkohol und Drogen geriet sie außer Kontrolle

Dorsten. Den Polizeibeamten bot sich ein grauenvolles Bild: Blutverschmierte Wände, ein blutverschmiertes Paar auf dem Wohnungsboden. Eine 31-jährige Dorstenerin hatte mit einer abgebrochenen Bierflasche die Halsschlagader ihres Lebensgefährten durchgetrennt. Der Mann verblutete. Was in der Nacht zum 31. Oktober genau passiert ist, das will das Landgericht Essen derzeit in einem Prozess aufklären. Doch die Dorstenerin kann sich nicht erinnern.

Die Vorgeschichte erzählt sie mit leiser Stimme. Sie hatte den Dorstener drei Monate zuvor kennen gelernt. Drogen und Alkohol bestimmten die Beziehung. Zeugen berichten von ihren aggressiven Wutanfällen, wenn sie im Alkoholrausch war.

Aber auch der Dorstener sei gewalttätig gewesen, habe sie geschlagen, getreten und vergewaltigt. Deshalb habe sie zurück nach Gladbeck zu ihrem früheren Freund gewollt.

In Gladbeck soll sie im Januar 2009 schon einmal auf ihren damaligen Freund mit einer abgebrochenen Bierflasche den Hals aufgeschnitten haben. Doch die Halsader wurde nicht betroffen, der Mann überlebte. Auch diese Tat wird jetzt verhandelt.

Wie das Dorstener Drama im Oktober ablief, das wisse sie nicht, erzählt sie in der Essener Verhandlung. Kurz nach der Festnahme hatte sie bei der polizeilichen Vernehmung noch eine bessere Erinnerung. Mit 2,65 Promille stach sie auf den schlafenden Lebensgefährten ein. „Ich wollte einfach Rache nehmen“, soll sie damals gesagt haben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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