
Marl. Gepflegtes Grün, bunt und einladend – für die Städte des Kreises ein Angebot für die Bewohner und eine Werbung für Besucher. Doch die Aufgabe ist schwer zu bezahlen, deshalb hat Haltern „Grünflächenpaten“ eingeführt. Marl zieht jetzt nach und sucht Firmen, die mit den von ihnen gepflegten Grünflächen werben dürfen.
Barkenberg, der künstliche angelegte Stadtteil Dorstens am Rande der Haard, muss regelmäßig mit großem finanziellem Aufwand aus dem festen Griff des üppigen Grüns befreit werden. Marl entfernte allerlei Gebüsch, um es durch pflegeleichteren Rasen zu ersetzen.
Haltern hat seine Bewohner trickreich einbezogen. Auch in diesem Jahr werden wieder Anlieger aufgefordert, nicht nur den eigenen Garten, sondern auch den öffentlichen Straßenraum zum Schmuckstück zu machen. „Jeder bunte Farbtupfer ist ein Willkommensgruß mehr und macht die Stadt lebendiger, wohnlicher“, argumentiert Stadt-Pressesprecher Georg Bockey. Das überzeugt, rund 240 Grünpaten machen bereits mit. Eine Belohnung gibt es auch noch: Für je fünf Quadratmeter gibt es sechs Euro für drei Jahre Pflege. Schließlich fotografieren die „Pfleger“ das Beet, eine Jury bewertet das Ergebnis und es winken attraktive Geldpreise (Informationen: Stadtgärtner Ralf Lütkenhaus 02364/933-478).
Marl schielt eher auf die Profis als auf die Anlieger. Elf Flächen zwischen 30 und 400 Quadratmeter hat die Verwaltung ausgesucht, sie sind mit Rosen oder Rasen bestückt und liegen an Hauptverkehrsstraßen zwischen Brassert und Hüls. Hier könnten doch Gartenbauunternehmen ihre Leistungsfähigkeit beweisen, so die Überlegung der Stadt Marl. Ein wenig werben dürfen sie auch. Man denkt an Schilder von 40 mal 30 Zentimeter. Größer geht nicht, denn die Stadt hat alle Werbung auf ihren Flächen vor Jahren an die Deutsche Städte-Medien GmbH abgetreten und dafür unter anderem ein Toilettenhäuschen erhalten.
Ob das ganze überhaupt auf Interesse stößt, da ist sich die Verwaltung noch nicht sicher. Bislang sei die Resonanz eher verhalten gewesen, jetzt will man mit konkreten Nachfragen noch einmal nachhaken.
Marls Baudezernent Wolfgang Seckler hat deshalb auch private Patenschaften für die kleinen Stücke vor dem eigenen Haus angeregt. Man könne aber nicht hingehen und das vorhandene Grün durch eigene Ideen ersetzen, warnte sofort das Grünflächenamt. So etwas gehe nur in konkreter Absprache mit der Verwaltung.
Die Nachbarstadt Haltern wirbt genau mit dem Gegenteil. Sie fände es schön, „wenn sich noch mehr Personen durch originelle Ideen beteiligen würden“. Hier steht Kreativität vor Kontrolle.
Mal sehen, wo die Wirkung am größten ist.

