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Der Nikolaus kommt

Bild: Nikolaus von Myra (russische Ikone von Aleksa Petrov, 1294

Region. Wer einen Mann mit weißem Bart, pelzbesetztem rotem Mantel und Zipfelmütze sieht, dem fällt heutzutage nur noch eines ein: Weihnachten steht vor der Tür! Wo bekomme ich meine Geschenke?

Dass dahinter eine uralte Geschichte steckt von einem Heiligen aus Myra, der eigentlich keine Zipfelmütze trägt, sondern eine Mitra und der als bischöfliches Zeichen einen Stab in der Hand hat, das haben viele Menschen nur noch vage im Hinterkopf.

Nikolaus war im 4. Jahrhundert Bischof von Myra (heute Türkei), über den es nur wenige gesicherte Erkenntnisse gibt. Überliefert ist, dass er während der Christenverfolgung 310 gefangengenommen und gefoltert wurde. Sein (geerbtes) Vermögen verteilte er unter den Armen.

Seine Gebeine liegen in Italien. Kaufleute brachen angeblich den Sarkophag auf, bevor 1087 die Seldschuken die Stadt Myra eroberten. Die Italiener brachten die Reliquien in ihre Heimat nach Bari und errichteten eine Basilika. Deshalb wird dort noch einmal „Nikolaus“ gefeiert: Vom 7. bis 9. Mai, dem angeblichen Tag der Ankunft der Reliquien in Bari.

Am heutigen Sonntag, am 6. Dezember, wird der Todestag des Heiligen Nikolaus (im Jahre 326, 345, 351 oder 365) gefeiert. Von seinem reichhaltigen Wirken ist das Schenken übriggeblieben. Das Bild vom netten fülligen Mann mit Geschenken (aber auch mit einer Rute) ist allerdings eine Werbe-Erfindung des letzten Jahrhunderts.

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