FOTO: Mengedoht
Marl (eib). Immer mehr Menschen erkennen die Marler Schönheiten, zum Beispiel das Waldgebiet „Burg“ in der südöstlichen Ecke des Stadtgebietes. Doch auf der Suche nach dem Namensgeber auf der 142 Hektar großen Fläche sind sie erfolglos: Die Reste des Erddenkmals sind nur noch für Fachleute zu erahnen. Dem Kreis Recklinghausen macht die Beliebtheit nun Sorgen. Er will mit einer „Besucherlenkung“ eingreifen.
Es gibt den Eisvogel und die Bachforelle, umhertollende Hunde und knatternde Mofafahrer. Es gibt ein großes Netz kleiner Pfade, Badeplätze für Vierbeiner, aber auch verrottende Brücken über den Silvertbach.
Jetzt gibt es ein Konzept, um das Naturschutzgebiet zwischen A43 und Halterner Straße noch mehr zu schützen. Im nördlichen Bereich werden einige Wege massiv gesperrt (zum Bespiel mit Auffräsen und quer liegenden Bäumen). Gleichzeitig bleiben einige offizielle Wege bestehen, einige werden ausgebaut, andere werden noch geduldet.
Ausgeführt werden die Waldarbeiten von der Werkstatt Brassert, mit denen der Kreis schon gute Erfahrungen gemacht hat, Arbeitsbeginn ist noch in diesem Jahr.
Besonders am Herzen liegt dem Kreis der malerische Silvertbach. Den Spaziergängern auch. Sie haben sich häufig Wege zu dem Gewässer geschaffen, die nun auf zwei bis drei Zugänge reduziert werden sollen. Schließlich will man die Tiere dort in Ruhe lassen.
Die meisten Wege hatte der Kommunalverband Ruhr selber geschaffen, um dem Erholungsdruck nachzugeben. Jetzt aber soll der Naturschutz ein größeres Gewicht bekommen.
Die Suche nach der „Burg“ in der Landschaft könnte von einer „Forschungsreise“ auf eigene Faust durchs Unterholz zu einem Spaziergang mit Hinweisschildern werden – wenn der Kreis die Anregung aus Marl aufnimmt. „Lenkung“ heißt aber auch, dass man Spaziergänger und deren tierische Begleiter in die Pflicht nimmt und ihr richtiges Verhalten kontrolliert -bis hin zum Bußgeld.
Die Tiere des Waldes werden dem Kreis das danken. Auch die schützenswerten Bachforellen – wenn es nicht die Zuchtforellen sind, die über 30 Jahre lang von einem Apotheker dort ausgesetzt worden waren, wie man sich in Marl amüsiert erzählte.

