
Marl. Drei Hochhäuser am Ovelheider Weg sollen abgerissen werden. Vor sechs Wochen erhielten die Anwohner – etwa 100 Mietparteien – Kündigungsschreiben von der Neuma. Seither werden persönliche Gespräche mit jedem Mieter geführt, um die individuelle Umzugssituation in neue Wohnungen zu klären. Eine nicht ganz leichte Sache, wie sich jetzt herausstellt, denn die Neuma kann nur zum Teil helfend beitragen.
„Es gibt eine Reihe von Problemen“, weiß Peter Schiemann von den Linken und selbst betroffener Anwohner, zu berichten. Zahlreiche Mieter beziehen Arbeitslosengeld (ALG) 2. Umzugskosten sind im ALG2-Regelsatz aber nicht enthalten. Offene Fragen wie zeitweise doppelte Miete, Kautionszahlungen, Renovierungskosten, laufende Verträge für Telefon und Internet und die Umzugskosten an sich bereiten den Mietern verständlicherweise Sorgen.
„Hier ist eine klare verbindliche Verfahrensweise seitens der Arge nötig“, so Schiemann, „die den betroffenen Menschen hinter dem Bescheid sieht und bearbeiterunabhängig und schnell hilft.“
Viele Familien mit Kindern wollen gerne weiter in Hüls-Süd wohnen, damit die gewohnten Strukturen wie Kindergarten, Schule und Freunde für die Kinder erhalten bleiben. Auch wohnen viele Mieter schon seit Jahrzehnten in der Siedlung und stehen einem möglichen Umzug in einen anderen Stadtteil eher skeptisch gegenüber.
Für alleinstehende ALG2-Empfänger, wird es durch den Abriss der Hochhäuser kurzfristig noch schwieriger, Arge-konformen Wohnraum zu finden, so Die Linke. Preisgünstige Wohnungen unter 45m Quadratmeter seien in Marl kaum vorhanden, gerade deshalb sollen in Hüls-Süd neue Wohnungen dieser Größe entstehen. Ob die Arge jedoch zunächst einen Umzug in eine Übergangswohnung und dann einen Rückzug in die neuen Wohnungen genehmigt, ist derzeit unklar.
Die Linke fordert die Arge auf, für ihre Kunden eine zufriedenstellende Lösung zu finden.

