
Dorsten. Dass Frauen mit Sanftmut nicht weit kommen, wissen die meisten. Dass sie mit Frauenförderplänen weiter kommen, wollen nicht alle wissen. Dass sie im Krimi ganz weit kommen und als Krimiautorinnen Beststeller landen, ist jedoch allgemein anerkannt.
Im Krimi sind der Durchsetzungsfähigkeit von Frauen keine Grenzen gesetzt. Die Heldinnen dürfen einfach alles. Sie können das, was die einen sich im realen Leben versagen, worüber Mann graue Haare bekommt. Sie kommen ohne Quote voran, dafür – moralisch betrachtet – manchmal mit etwas unlauteren Methoden, so Gleichstellungsbeauftragte Vera Konieczka.
Mischa Bach, Gabriele Keiser und Jutta Wilbertz – alle Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“, der deutschen Abteilung des internationalen Verbandes „Sisters in Crime“ – wissen davon zu überzeugen, dass das schwache Geschlecht manchmal nur die geschicktere Maskerade trägt.
Mischa Bach wurde 1966 in Neuwied geboren und lebt heute in Essen. Nach ihrer Promotion arbeitete und arbeitet sie als Journalistin, Drehbuchautorin („Polizeiruf 110“), Dramaturgin und Übersetzerin. Ihre Werke wurden mehrmals für den Glauser-Preis nominiert. Sie wird aus ihrem aktuellen Roman „Stimmengewirr“ lesen, in dem sie das Thema Multiple Persönlichkeiten literarisch und kriminalistisch verblüffend verarbeitet. „Kein Loch ist tief genug, um die Vergangenheit zu begraben“, heißt es bei ihr dazu.
„Gartenschläfer“ ist der neue Krimi von Gabriele Keiser, die nach längeren Aufenthalten in Seattle, Lille und Wien mit ihrer Familie heute in Andernach lebt. Die Autorin, im bürgerlichen Leben Kulturjournalistin und 2006 Mitorganisatorin der „Criminale“, eines der größten Krimi-Festivals im deutschsprachigen Raum, ist „kriminell“ ansonsten auch unter dem Pseudonym „Lea Wolf“ (gemeinsam mit dem Autor Wolfgang Polifka) unterwegs.
Höchst kulinarisch und zugleich mörderisch geht es in den Kurzgeschichten der gebürtigen Dorstenerin und Wahlkölnerin Jutta Wilbertz zu, die als Autorin, Kabarettistin und Chansonsängerin ihr Leben bestreitet. Wen wundert es da, dass sie ihr mörderisches Geschäft auch musikalisch ausweitet? Als Teil des Duos Wilbertz & Wilbertz garniert sie gemeinsam mit Ehemann Thomas die Lesung mit mörderisch-frechen Chansons.
Der Eintritt für das mörderische Vergnügen am Donnerstag, 30. Oktober, um 20 Uhr im Alten Rathaus mit dem Trio Mischa Bach, Gabriele Keiser, Jutta Wilbertz und dem musikalischen Duo Wilbertz & Wilbertz beträgt fünf Euro. Karten in der Gleichstellungsstelle sowie dem Bürgerbüro im Rathaus und der Stadtinformation im Lippetorcenter. Weitere Informationen auch unter Tel. (02362) 663420 (Gleichstellungsstelle).

