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Fördermaschinen warten auf eine neue Zukunft

FOTO: Eiben

Dorsten (eib). Fast 100 Jahre haben sie ihren Dienst getan, jetzt stehen sie ölig und dreckig mitten in den beiden gewaltigen Hallen auf dem Zechengelände von Fürst Leopold in Hervest-Dorsten. Sie sind ausgemustert, die beiden Tandem-Zwillings-Dampffördermaschinen von 1912. Das eine Pärchen schon länger, das andere seit Anfang Juli. Und jetzt läuft die Zeit für den Dorstener Bergbau-Verein: Hier soll, hier muss ein Stück Stadtgeschichte konserviert werden. Man will die Funktionsweise der schwarzen Ungetüme später einmal vorführen können.

Dienstagvormittag auf der Zeche. Es ist Putztag. Ulrich Wilke hat die Organisation in die Hand genommen. Der Mann weiß, wovon er spricht. Der Diplom-Ingenieur war lange Jahre Ausbildungsleiter bei Auguste-Victoria in Marl. Jetzt ist er 59, im Vorruhestand und zweiter Vorsitzender des „Vereins für Bergbau-, Industrie-und Sozialgeschichte Dorsten e.V.“ An seiner Seite eine Handvoll Kumpel, das sind die Aktiven des 200 Mitglieder starken Vereins. Aber auch eine Frau, die Dorstener Künstlerin Regina Schumachers. Die hat erst die Maschine gemalt, jetzt hat sie den Lappen in der Hand und putzt. Bergbau ist ihr Thema: Ihr Mann ist Bergbauingenieur, ihre Bilder beschäftigen sich mit dem Bergbau. Und jetzt sie selber auch.

Noch drei bis vier Wochen muss gearbeitet werden, um Korrosion zu vermeiden, die Reinigungsmittel von deutlich über 1000 Euro übersteigen schon die Vereinskasse. Und danach?

Danach ist alles unklar. Ein Teil der Gebäude stehen bereits unter Denkmalschutz und sollen einmal für Gewerbe und Einzelhandel genutzt werden. Der Dorstener Investor Jürgen Tempelmann ist im Gespräch, er will das ganze Zechengelände übernehmen und entwickeln. Und darin könnten dann die herrlichen Maschinen ihren Platz behalten. Vielleicht. Man sei optimistisch, sagt Ulrich Wilke.

Unterstützung ist erwünscht, aber nicht wahrscheinlich. Die RAG will das Gelände vermarkten und kein Geld in die alten Gebäude stecken. Das Land hat kein Geld und schon viele Bergbau-Museumsstücke. Immerhin stehen die Dorstener Maschinen schon unter Denkmalschutz. Die Stadt Dorsten aber hat kein Geld für solche freiwilligen Aufgaben. Und was ist mit Kunstvereinen? Oder mit Sponsoren und Mäzenen, die ein Stück Stadtgeschichte erhalten wollen? Man müsse sehen, meint Ulrich Wilke. Selber wolle der Verein das gute Stück nicht übernehmen, nicht einmal geschenkt. Bei 12 Euro jährlichem Vereinsbeitrag sei das nicht zu stemmen.

Wie kann man die Museumsstücke einsetzen, damit sie nicht nur Geld kosten, sondern vielleicht für einen Investor lohnenswert sind? Der Verein mag nicht spekulieren. Er hofft darauf, dass die positiven Signale von Tempelmann eines Tages dazu führen, dass der Besucher einen „dynamischen Schaulauf“ zu sehen bekommt – als ob es eine Seilfahrt wäre. Bis dahin wird es aber noch Jahre dauern. Im Bergbau rechnet man halt mit anderen Größenordnungen.

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